Es gibt viele Gründe warum man mit dem Bloggen anfängt. Aber mindestens genauso viele warum man mit dem bloggen wieder aufhört. Ich habe schon viele Blogs kommen und gehen sehen. Einige davon haben mir wirklich gut gefallen. Hier die Gründe warum Menschen mit dem Bloggen wieder aufhören und meine Lösungsvorschläge.

Nach der anfänglichen Euphorie kommt die Ernüchterung

Vielleicht kann sich auch der eine odere andere „Seniorblogger“ daran erinnern. Man sitzt vor seinem neu geschaffenen Blog und strotzt nur so vor Euphorie. Man möchte den Blog mit Content füttern bis der Blog platzt. Doch er platzt nicht. Er wird nie platzen. Ein Blog ist ein Contentfressendes Monster, welches immer mehr will. Die anfänglichen Ideen werden verworfen oder in Artikel verarbeitet und irgendwann verbraucht. Nun sitzt man nach zwei Wochen vor einem Blog und weiß nicht was man weiter schreiben soll. Für viele Blogger ist schon hier der Punkt an dem sie ein Projekt aufgeben.

Natürlich ist es schwer vor allem bei Themenblogs neue Inhalte zu finden. Aber warum nicht auch mal ältere Inhalte neu aufbereiten? Man sollte sich Informationsquellen besorgen und auch lesen. Thematisch passende Blogs (oder die Konkurrenz wie man in Deutschland so gerne sagt) im Reader abbonieren und die eine oder andere Idee übernehmen und verarbeiten. Das ist keine Aufforderung zum abschreiben. Schließlich kann man unterschiedliche Themen völlig unterschiedlich aufbereiten. Bei Blogs muss man eben immer weiter machen und ständig Content nachhreichen. Am Anfang schreibt man vielleicht noch täglich einen Beitrag aber später genügt es sicher auch wenn man die Abstände zwischen zwei Artikeln verlängert. So ist der Druck geringer.

Blöde Statistik – Es kommt einfach keiner auf meinen Blog

Bloggeranfänger denken noch „ich habe jetzt eine Seite, jetzt kommt jeder her“. So läuft das nunmal nicht. Schnell merkt man mit Ernüchterung das man am dritten Tag in Folge wieder nur drei Besucher hatte und einer davon immer man selbst war. Das kann schon echt frusten, ist aber durchaus normal für den Anfang

Auch ich habe nach 4 Jahren (mit Pausen) im Schnitt so ca. 20 Besucher am Tag. Das ist für die lange Zeit sehr wenig und das frustet mich auch manchmal ein wenig. Aber ich habe inzwischen eine kleine Stammleserschaft und ich denke so 3 – 5 Menschen lesen meine Seite regelmäßig. Das macht doch Mut oder?
Wie viele Leser auf eine Seite kommen, hängt auch mit von einem selbst ab. Wie viel Zeit ist man bereit für Öffentlichkeitswirksame Arbeit zu investieren? Wie viel Zeit verbringt man in öffentlichen Netzwerken, mit dem kommentieren anderer Blogs oder damit seine Seite für Google zu optimieren? Bei mir ist das nicht besonders viel. Deswegen nur die geringe Zahl an Lesern. Dennoch ist die Tendenz steigend und das motiviert mich sehr. Als Anfänger sollte man nicht so viel auf die Zahlen geben. Sie sind doch eigentlich nur Nebensache. Man bloggt zwar schon auch für die Leser, aber vor allem weil man Spaß daran hat und das sollte das treibende Element sein. Spaß ist das wichtigste beim Bloggen. Wenn das nicht stimmt kann man es wirklich sein lassen.

Geld verdienen mit dem Blog? Von wegen!

Wenn man einen Blog startet um Geld zu verdienen oder sogar weil man damit sein Leben bestreiten will kann man es auch gleich sein lassen. Es sei denn man ist bereit aus der Seite einen Full-time Job zu machen. Und trotzdem wird es lange dauern bis man damit wirklich sein Leben finanzieren kann. Viele schaffen das auch garnicht. Da wird ein Blogartikel für 10€ verkauft und man denkt man ist erfolgreich wenn man das 10mal im Monat macht und so 100€ verdient.

Wenn man mit bloggen Geld verdienen möchte, muss man eine wirklich gute Idee haben und genug Zeit und Aufwand investieren bis überhaupt etwas läuft. Nicht jeder Blogger muss Geld mit seiner Seite verdienen. Jedenfalls so viel das man davon leben kann. Wäre ja auch schlimm wenn keiner mehr „richtige“ Jobs machen würde. Ich finde das bloggen sollte vor allem Spaß machen und nicht vordergründig zum Geld verdienen da sein. Das sehen diverse Blogger aber auch anders.

Wenig Feedback – Wenn niemand was zu meinen Artikeln sagt

Das ist ein Problem welches mich auch manchmal echt nervt. Vielen Bloggern geht es ähnlich. Man schreibt Artikel für Artikel. Oft monatelang und keiner nutzt mal die Kommentarfunktion und antwortet. Das macht auch mich manchmal verrückt. Aber es ist eben so. Kommentare auf Facebook sind schnell verfasst. Auf Blogs muss man erst seine Emailadresse eingeben und einen Namen. Das ist schon ein Hinderungsgrund. Oft wird dann auch moderiert. Warum also einen Kommentar schreiben?

Vielleicht hat das mangelnde Feedback aber auch andere Ursachen. Vielleicht spricht man die Leser nicht an oder man schreibt eben für sich so vor sich hin. Warum soll der Leser dann antworten? Eine Lösung hierfür wäre z.B. Fragen in den Text einbauen. „Wie seht ihr das“, „Hattet ihr schonmal ähnliche Probleme und wie seid ihr damit umgegangen“? Natürlich ist es auch blöd wenn dann immer noch keiner antwortet. Ich muss nach 4 Jahren allerdings sagen, dass man darauf nicht besonders viel Wert legen sollte. Die Leute fangen an zu diskutieren und Kommentare zu schreiben wenn ihnen etwas nicht passt. Ist das nicht der Fall war wohl alles in Ordnung mit dem Artikel und man kann sich entspannt zurück lehnen. Kommt dann doch mal ein Kommentar, freut man sich umso mehr. Natürlich ist man mit seinem Blog nicht alleine. Warum also nicht mal auf einem anderen Blog einen netten Kommentar schreiben? Vielleicht kommt der andere Blogger ja auf die gleiche Idee?

Fazit

Aller Bloggeranfang ist schwer. Man sollte sich aber auf keinen Fall an anderen messen oder irgendetwas überstürzen. Blogs sind eben auch viel Arbeit. Je nachdem wie viel Arbeit man investiert, desto erfolgreicher kann er werden. Keinesfalls sollte man aber anfangen zu bloggen wenn es keinen Spaß macht und man z.B. nur den Erfolg sehen will. Er wird sich nicht geade dann nicht einstellen.

 

2 Thoughts on “4 Gründe das Bloggen aufzugeben und die Lösungsansätze

  1. Ich habe 2013 während der Vorbereitung zu „meinem Camino“ von zu Hause bis nach Nord-Spanien: „Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Jakobspilger“ ein Medium gesucht, wo ich Planung und die Realität (Tagebuch) leicht platzieren und von unterwegs mit unterschiedlichen Endgeräten gut drauf zugreifen kann. Darüber hinaus konnte ich mir etwas komplexere Lösungen im Bereich IT, die ich nur selten brauchte oder die Kollegen mal immer wieder von mir wissen wollten bei nachlassender Vitalität nicht mehr so schnell aus den hinteren Schubladen im Kopf abrufen. So bin ich bei meinem persönlichen Reise- und Technik-Blog gelandet.

    Meine Reiseberichte (mein Tagebuch) schreibe ich möglichst am gleichen Tag von unterwegs. Und das tut und tat mir sehr gut. Inzwischen war ich mit dem Rad 7.000 Fahrradkilometer unterwegs, davon manchmal nur ein paar Tage oder aber auch 40 oder 50 Tage in einer Tour. Das Tagebuch schreiben hörte zu meinem Loslassen auf dem Weg vom Workaholik zum Pilger.

    Die Leser kamen im Laufe der Zeit wie von selbst. – Fast jedenfalls, sicherlich habe ich auch mit ausgewählten Bildern auf Facebook und mit Youtube-Videos, den einen oder die andere mal zum Reise-Blog gelotst. Denn wo zwei oder drei versammelt sind, da …

    Allerdings bekomme ich viel mehr Mails und ausgefüllte Kontaktformulare von Lesern als Kommentare im Blog. Egal, ich freue mich inzwischen über die Rückläufer. Spams und Hasstiraden sind die seltene Ausnahme; nerven aber, wie in Deinem gestrigen Beitrag von mir kommentiert, um so mehr.

     
    • Ludwig on 10. Januar 2017 at 10:40 said:

      Ich würde sagen, alles richtig gemacht. Du hast eben für dich gebloggt und nicht für Besucherzahlen oder das Geld.

       

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