Es ist schon merkwürdig, wenn man Neonazis und Rassisten auf rassistischen Kundgebungen sieht, die erstmal vom Thailänder, Chinesen/Vietnamesen oder Wahlweise auch Döner ihre Marschverpflegung besorgen. Vor allem im Kontext zu den aktuellen Ereignissen in Freital wird dieses Paradoxum wieder einmal klar.Kurz zur Erläuterung: In Freital gehen seit Montag Menschen auf die Straße, die gegen das Erstaufnahmelager für Asylsuchende sind. Dabei wird allerdings immer wieder deutlich, dass diese selbsternannten „besorgten Bürger“ nur eins im Sinn haben: Am liebsten alle wieder hinaus werfen. Wahlweise kann man das hinaus werfen auch durch „vergasen“ oder ähnliches ersetzen. Ihrem Unmut machen diese Menschen nicht nur auf der Straße Luft, sondern auch via Facebook und Twitter. Dort wird dann eben etwas wie „Die Affen gehören ausgewiesen“gepostet. Natürlich ist ein Totschlagargument auch, dass ALLE Asylbewerber ( das heißt so viel wie alle Asylbewerber) Wirtschaftsflüchtlinge sind, die sich in Deutschland ein schönes Leben machen wollen.

So oder so ähnlich lauten die Argumente dieser „Asylkritiker“. Blickt man in die jüngste Vergangenheit von Deutschland, so stellt man fest, dass es solche Aktionen wie derzeit in Freital schon öfters gab. Rostock Lichtenhagen dürfte wohl das beste Beispiel dafür sein. Damals handelte es sich fast ausschließlich um Flüchtlinge aus asiatischen Ländern. Vor allem Vietnamesen.

Genau hier möchte ich wieder den Bogen zur Einleitung spannen. Damals sind Menschen gegen die Menschen auf die Straße gegangen, bei denen sie heute ihre leckeren Nudeln bestellen. Damals wie heute sind es die gleichen Argumente die genutzt werden. Doch schaut man heute die Asylbewerber von damals an, seh ich selten einen der dem Staat auf der Tasche liegt. Im Gegenteil. Erfolgreiche von Vietnamesen geführte Restaurants schaffen oftmals noch Arbeitsplätze.

Liebe Frigida, Bürgerinitiative und wie ihr „besorgten Bürger“ ihr auch immer nennen wollt. Dieses Argument wäre völlig entkräftet oder warum sollten Asylbewerber heute anders sein als damals? Vielleicht sollte man in 20 Jahren noch einmal nachfragen, was aus den Asylbewerbern aus Freital geworden ist und für heute einfach mal wieder heim gehen.

P.S. Es ist mir egal wie ihr euch nennt. Ich nenn euch knallhart Rassisten!

Foto:  *w*

 

One Thought on “Argumente der Asylkritiker

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