Herr Gauland (AfD) hat doch tatsächlich erzählt, dass in Deutschland im Jahr 2017 186000 Menschen Asyl gesucht haben. So weit so gut. Die Argumentation geht aber gewaltig schief und würfelt einiges durcheinander.

Herr Gauland sagte wörtlich:

„Das sind viel zu viele. Wir brauchen keine Menschen, die hier am Arbeitsmarkt eh keine Chance haben. Von daher sagen wir ganz deutlich, es ist jeder der kommt zu viel.“

Finde den Fehler. Die meisten werden es wohl von selbst schon längst gemerkt haben. Für AfD Anhänger werde ich das aber gern noch einam erklären, was die ganze Zeit in der gesamten Debatte immer wieder durcheinandergewürfelt wird.

Arbeitsmigranten sind keine Flüchtlinge

Das schlimme an der Aussage ist, dass es seit Jahren genau so propagiert wird. Die Flüchtlinge kommen hierher um unsere Sozialsysteme auszunutzen und haben sowieso keine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Das liegt unter anderem daran, dass Flüchtlinge nicht wegen der Arbeit nach Deutschland kommen, sondern weil sie aus ihren derzeitigen Situationen flüchten. Sie es Hunger, Krieg, politische Verfolgung, die Verfolgung weil man der falschen Religion angehört oder der falschen sexuellen Präferenz. All das sind (nicht nach deutschem Recht) Gründe warum jemand aus seinem eigenen Land flüchtet. Das sind ganz einfach gesagt humanitäre Gründe.

Laut deutschem Asylgesetz ist ein Mensch ein Flüchtling wenn:

„Ein Ausländer ist Flüchtling im Sinne des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (BGBl. 1953 II S. 559, 560), wenn er sich

1. aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe

2. außerhalb des Landes (Herkunftsland) befindet,

a) dessen Staatsangehörigkeit er besitzt und dessen Schutz er nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht nicht in Anspruch nehmen will oder
b) in dem er als Staatenloser seinen vorherigen gewöhnlichen Aufenthalt hatte und in das er nicht zurückkehren kann oder wegen dieser Furcht nicht zurückkehren will.“
(§ 3 Asylgesetz)

Ganz klar oder? Ein Flüchtling ist nicht zum Spaß hier. Er durchlebt ein langes und unmenschliches Asylverfahren, bevor ihm hier überhaupt der Flüchtlingsstatus anerkannt wird. Arbeiten darf er überhaupt nicht, auch wenn er das gerne würde. Oft lebt ein Flüchtling in Unterkünften zu acht auf 20m². Es ist entwürdigend.

Ganz anders läuft das bei den Menschen, die hier arbeiten wollen. Denn das ist die eigentliche Beleidigung des Herrn Gauland. Deutschland ist ein technologisch hochentwickeltes Land mit akutem Fachkräftemangel. Es kommen jedes Jahr aus dem EU-Ausland und nicht EU-Ausland Menschen die hier arbeiten wollen. Komischerweise haben die es recht einfach hier einzureisen. Einfache Visa und Aufenthaltsgenehmigungen reichen in der Regel aus wenn man einen Job oder eine Ausbildung vorweisen kann. Ganz im Gegenteil wie ein Herr Gauland das aber behauptet sind sie für die deutsche Wirtschaft inzwischen unentbehrlich. Sie haben auf dem Arbeitsmarkt jedenfalls mehr Chancen als ein verkalkter alter Opa, der nicht einmal die einfachsten Zusammenhänge erfassen kann. Sie kommen im übrigen auch nicht so schnell hinein, wenn sie auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben.

In diesem Sinne Herr Gauland: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!

 

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