kaufen, konsum, Wisst ihr noch wie ich Anfang des Monats noch großspurig geschrieben habe, dass ich aus dem Oktober ein Projekt mache? Den „Kauf-nichts-neues-Monat„. Daraus ist wohl anscheinend nichts geworden.

Wie kam es dazu?

Die ersten Tage im Oktober hielt ich die ganze Sache noch recht gut durch, bis ich dann ein Geschenk für  meinen Bruder brauchte. Zunächst kaufte ich das falsche. Ein Buch, welches heute noch herum liegt. Das „richtige“ Geschenk war dann doch das richtige und trotzdem habe ich ja schon mit meinem Projekt gebrochen. Da konnte ich mich noch mit der Ausrede „Es ist ja nur ein Geschenk“ raus reden.

Ein paar Tage später merke ich doch glatt, dass mir ständig die Unterhose runter rutscht und ich irgendwie immer weniger Strümpfe habe. Was macht man da? Klar nachkaufen. Das habe ich ja wirklich gebraucht.

Und dann sind da noch die normalen Einkäufe, bei denen man sich doch zu gern von Angeboten hinreißen lässt. Kölln Müsli für nur 1,99€, Kauf 3, bezahl 3 Mühlhäuser Pflaumenmuß und so weiter und so fort.

Rückblickend kann ich dazu nur sagen, dass mein Konsumverhalten genauso, wenn nicht sogar schlimmer war als in den Monaten vorher. Klar, die Dinge habe ich gebraucht und die Angebote waren wirklich gut. Ich bin ja jetzt auch nicht derjenige der bei jedem Angebot gleich zugreift. Ich vergleiche und so weiter. Aber sich mal Markenartikel zu gönnen ist eben auch was. Der original Leerdamer schmeckt eben einfach besser als der günstige Tilsiter. So zieht sich das eben durch den gesamten Monat Oktober. Dazu kam noch das ich diesen Monat irgendwie der einzige war, der für die WG eingekauft hat.

Kann man sich dem nun entziehen?

Ich finde im Nachhinein betrachtet das man sich dem nicht entziehen sollte oder muss, sondern einfach nur bewusst leben sollte. Es geht nicht darum überhaupt nichts zu kaufen, sondern bewusst zu kaufen und das denke ich tu ich schon ganz gut. Es gibt Beispielsweise teilweise fair gehandelte und/ oder Bio Produkte. Kaffee ist bei uns immer fair trade. Als nächster Schritt kommt die Schokolade und sollte der Tee kommen, denn mit dem UTZ Siegel bin ich alles andere als zufrieden. Dazu habe ich mich ja erst gestern geäußert.

Bewusst konsumieren bedeutet in meinen Augen so zu konsumieren, dass man mit seinem Konsumverhalten auch möglichst wenig Schaden anrichtet. Das betrifft eben alle in der langen Produktkette und der Kaffeebauer sollte eben auch etwas davon mitbekommen. Auch ihm nützt es wenig, wenn plötzlich keiner mehr Kakao kauft.

Bei Elektrogeräten und einmaligen Anschaffungen ist das schon wieder etwas anderes. Hier habe ich aber schon immer die Einstellung gehabt, dass ich etwas benutze bis es eben nicht mehr geht oder etwas lieber aus zweiter Hand kaufe, als neu. Das ist wesentlich Ressourcenschonender als sich z.B. alle zwei Jahre ein neues Handy zu kaufen, obwohl das alte noch seinen Dienst tut.

Wir leben im Kapitalismus und Dinge die man braucht kauft man sich eben. Das geht bei Lebensmitteln los und hört beim neuen Fernseher auf. Es werden ständig neue Bedürfnisse in uns generiert und die meisten kommen nicht von innen heraus. Sie kommen aus der Umwelt und von den vielen Plakaten, von der TV-Werbung und den Werbeprospekten. Es liegt an uns, da das passende für uns heraus zu filtern und sich dem ganzen Wahnsinn nicht ganz zu unterwerfen denn das würde der eigenen Entmündigung gleich kommen.

Es gibt aber auch Leute die das ein ganzes Jahr durchgezogen haben und auch noch leben. Andere haben es einen Monat lang geschafft. Aber ganz ehrlich, wenn ich ein Jahr keine Klamotten kaufe, dann lauf ich in einem Jahr herum wie ein Landstreicher. Ich habe nur so viel Klamotten wie ich brauche (nicht einmal das) und wenn etwas davon kaputt geht sieht meine Kleidungsversorgung schlecht aus. Dann muss etwas neues her. Bei Elektrogeräten versteh ich das schon eher und könnte mir vorstellen das irgendwie und irgendwann durchzuziehen.

Der Kauf-nichts neues Monat war für mich nicht das richtige und ist irgendwie auch nicht ganz durchdacht. Er lässt viel Spielraum und viele Freiheiten. Was man wirklich braucht ist sehr individuell und hat bei mir eben zu keiner Veränderung des Konsumverhaltens geführt. Mal sehen. Bald ist Fastenzeit oder auch ein neues Jahr. Vielleicht kann ich da ein solches Projekt mit meinen eigenen Regeln starten.

 

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