Ich wünsche meinen Lesern (also euch) einen schönen und erholsamen bzw. Erfolgreichen 1. Mai. In vielen Städten gibt es heute wieder Maidemonstrationen. Doch warum eigentlich?

Die gesamte Tradition des Ersten Mais geht auf die Arbeiterbewegung in Australien zurück, wo es am 1. Mai 1856 Generalstreiks gab, um einen 8-Stunden Tag einzuführen (damals waren 12 Stunden Schichten völlig normal). Daran angelegt gab es auch in den USA (im Norden) am 1. Mai 1886 einen Generalstreik mit den gleichen Forderungen. Das ganze verlief sehr erfolgreich für die Arbeiterschaft. Es kam zu Massendemonstrationen und zu Massenstreiks. Damals wie heute verlief diese ganze Prozedur nicht immer nur friedlich. Jedoch konnte die Arbeiterschaft mit Hilfe sozialistischer Zeitungen ihre Forderungen umsetzen. Die Firmen versuchten jedoch die ehemaligen Angestellten zu entlassen und die frei gewordenen Stellen mit anderen vor allem Einwanderern besetzen. Aber auf Grund der Kampagnen der Kommunistischen Zeitung meldeten sich einfach nicht genug und die Firmen mussten nachgeben.

Als Kampftag der Arbeiterbewegung gilt der Erste Mai seit 1889. Hiermit sollte auch an die Opfer eines Bombenanschlags bei einer Kundgebung gedacht werden.

1. Mai in Deutschland

Auch in Deutschland ist der Erste Mai ein Feiertag. Erste Versuche diesen als Feiertag zu etablieren gab es bereits in der Weimarer Republik. Damals fand diese Forderung keine Mehrheit. Es brauchte erst einen Führer um diesen Tag als gesetzlichen Feiertag einzuführen. Im 3. Reich hieß der Feiertag dann „Feiertag der nationalen Arbeit“. Nach der Gleichschaltung der Gewerkschaften wurde der Tag durch ein Gesetz 1934 zum „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ erklärt. Vom eigentlichen Sinn, nämlich auf Missstände hinzuweisen blieb nicht mehr viel übrig.

Nach dem Krieg wurde der Tag einfach weiter gefeiert und durch die Alliierten bestätigt. Es war zwar ein Feiertag, aber Kundgebungen durften nur begrenzt stattfinden. Heute heißt der Feiertag in allen Bundesländern unterschiedlich. Doch der Kern und der Sinn des Feiertages ist wieder erhalten, nämlich in Form von Kundgebungen auf Missstände der Arbeiterschaft hinzuweisen.

Leider missbrauchen bis heute auch rechte Gruppierungen diesen Feiertag und melden vor allem in Thüringen überall Kundgebungen an. Doch da geht es nicht um die Arbeiterschaft, sondern darum jede Gelegenheit zu nutzen um gegen Minderheiten zu hetzen. Der Erste Mai ist hier nur ein Vorwand. Wenn man am 1. Mai heute zu einer Kundgebung gehen möchte, der sollte sich die Veranstalter genau ansehen.

Foto: sualk61

 

One Thought on “Einen schönen 1. Mai

  1. Pingback: Hinaus zum ersten Mai Kameraden!? - Becherwürfel

Kommentar verfassen

Post Navigation