Feminismus – das ist doch so dermaßen veraltet und man braucht es doch heute nicht mehr. Feminismus hat viel erreicht, ist aber noch lange nicht da, wo er sein sollte. Dieses Thema hat sich Rebecca in ihrer Blogparade Feminismus – Wer braucht das heute noch?! herausgesucht und ja auch ich als Mann werde mich dazu äußern.

Feminismus und Sexismus

Nein Sexismus gibt es nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern. Doch Frauen sind häufiger davon betroffen. Das fängt am Arbeitsplatz an und hört bei sexistischen Werbekampagnen nicht auf. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Werbekampagne von Mediamarkt vor kurzem. Hier ein paar Bilder:

oder diese lustige Kampagne von Dr.Oetker:

Quelle: http://www.lessentiel.lu/de/wirtschaft/story/dr-oetker-holt-frauenbild-aus-den-50ern-zurueck-31387571#showid=102190&index=0

Was so schlimm daran ist? Diese Kampagnen zeichnen Rollenbilder, die schon längst überholt und völlig veraltet sind. Sie spielen auf die Periode der Frau an und suggerieren, dass Männer ähnliche „Tage“ haben. Dabei wird eine Frau ins Bild geholt, mit dem Kommentar, dass Männer an ihren „Tagen“ gerne an Knöpfen spielen. Bitte was? Frauen werden auf zweideutige Weise zum Sexsymbol degradiert oder in ein Rollenbild aus den 50er Jahren gedrängt? In meinen Augen geht das gar nicht. Man kann als Unternehmen doch auch anders Aufmerksamkeit erzielen als mit leicht bekleideten Frauen oder hab ich was verpasst? Die eigentliche Werbebotschaft hat mit der Frau doch garnichts zu tun.

Ich habe jetzt nur noch im Dessous und mit Fahrradhelm Sex

Kennt ihr eigentlich schon die aktuelle Kampagne des Verkehrsministeriums, welche suggerieren soll, dass Fahrradhelme leben rettet?

Was soll ich darunter jetzt verstehen? Ja, es gibt neue Verhütungsmittel. Fahrradhelme sind nach dem Kondom das neue Verhütungsmittel gegen Geschlechtskrankheiten? Das kann durchaus Leben retten.

Doch sind wir mal ehrlich. Die kampagne soll doch junge Menschen motivieren im Fahrradalltag einen Helm zu tragen. Warum dann also halbnackte Menschen mit Helm fotografieren?

Als Helmtragender Fahrradfahrer muss ich dazu noch sagen, dass Helme nicht das Problem der vielen toten Radfahrer sind. Die meisten Fahrradfahrer kommen ums leben weil Überholabstände nicht eingehalten werden oder beim rechtsabbiegen einfach die Vorfahrt genommen wird und der Fahrradfahrer einfach überrollt wird. Da nützt einem der Helm auch nicht viel. Eine Lösung für das Problem sind also nicht Helme, sondern vernünftige Verkehrslösungen und verpflichtende Abbiegesysteme für LKW. Doch da wagt sich das Verkehrsministerium natürlich nicht heran (ja Abbiegesysteme sind inzwischen zugelassen, aber nicht verpflichtend).

Stattdessen macht man eine solche lächerliche und sexistische Kampagne, die die Verantwortung nur auf die im Verkehr ohnehin schwächeren Radfahrer überträgt.

Das beste Argument dafür dass die Kampagne eben nicht sexistisch ist, ist übrigens diese hier:

…auch junge Männer in Unterwäsche und mit Helm wurden für die Kampagne fotographiert. Unser Ziel ist wachrütteln, denn #HelmeRettenLeben— Andreas Scheuer (@AndiScheuer) 22. März 2019

Doch lieber Andi – Nur weil auch halbnackte Männer fotografiert wurden, ist die Kampagne nicht weniger sexistisch.

Feminismus ist die Antwort auf Sexismus

Rebecca schrieb auf ihrem Blog, dass Sexismus nicht nur in der Werbung präsent ist. Im Gegenteil. Die Werbung ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges. Man wird dumm angemacht, von Männern, die sich wahrscheinlich auch noch toll finden. Ja, auch Frauen sind inzwischen der Meinung, dass Frauen mehr Rechte haben und eigentlich alles nicht so schlimm ist. Da wird man aufgefordert lieber nicht in den Club zu gehen wenn man nicht dumm angemacht wird und begründet das sogar noch mit der Freiheit sich dort aufhalten zu können wo man will. Man kann wohl als Frau auch an Hand der Kleiderwahl steuern wie viel Aufmerksamkeit man bekommt. Nichts für ungut. Aber wenn Frau sich nunmal gerne einen Rock anzieht, ist das nicht gleich ein Freibrief um blöd angemacht zu werden oder hab ich als Mann da etwa etwas falsch verstanden?

Der Femnismus ist eine Antwort auf den Sexismus der wie ich finde immer noch (oder wieder) Salonfähig gemacht wird. Vielleicht wird nicht immer das alte Frauenbild aus den 50ern herausgekramt. Aber leider wird die Frau immer wieder und subjektiv immer häufiger wieder auf ihr äußeres reduziert. Das ist ein Umstand der so in meinen Augen nicht tragbar ist. In diesem Sinne liebe Frauen. Kämpft dagegen an. Ihr seid nicht nur ein schöner Körper, sondern viel mehr als das. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. auch ihr habt Führungsposten in Unternehmen verdient. Allein schon weil ihr es könnt.

Gerne lade ich euch ein an dieser Blogparade teilzunehmen oder zu diskutieren. Diskutieren könnt ihr hier im Blog oder bei Rebecca im Blog. Oder schreibt doch einfach euren eigenen Blogbeitrag zu diesem Thema. Ich freu mich drauf.

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