Ich habe in der vergangenen Zeit viel über mein Geld nachgedacht. Ich bin dabei mir ein passives Einkommen aufzubauen und habe viel mit anderen Menschen darüber diskutiert. Meistens höre ich ein in meinen Augen auch gutes Argument warum man sein Geld eben nicht gewinnbringend investieren sollte, sondern lieber für Konsum und das Leben an sich ausgeben sollte. Ich möchte hier mal meine Motivation für das Investieren erleutern. Vielleicht verstehen mich einige dann besser.

Noch 34 Jahre arbeiten? Darauf habe ich keine Lust

Wenn alles glatt geht und ich mit 65 Jahren in Rente gehen kann, dann habe ich noch knapp 34 Jahre vor mir. Das sind Jahre in denen ich von meinem Arbeitgeber abhängig bin. Ich muss um meinen Urlaub und um mehr Geld betteln, was am Ende aber bis zur Rente keine merkenswerte Verbesserung meiner Situation bringen wird. Mein Job ist körperlich und psychich sehr anstrengend und wer weiß denn schon ob ich in 35 Jahren so fit bin um mir die Wünsche zu erfüllen, die ich seit langem vor mir her schiebe? Wie wäre es mit einer Weltreise? Das wäre wahrscheinlich damit verbunden den Job zu kündigen oder zumindestens unbezahlten Urlaub zu nehmen. Manche würden für so ein Ziel einen Kredit aufnehmen. Für mich ist das allerdings keine Option. Vor allem ein Kredit muss zurückgezahlt werden. Es ist ein Mittel, welches mich nach meiner kleinen Auszeit von vielleicht einigen Monaten am Ende teuer zu stehen kommt. Will ich danach oder davor wirklich noch mehr arbeiten müssen, um mir diesen kleinen Luxus finanzieren zu können, aber am Ende alles weiter geht wie bisher und man wahrscheinlich noch tiefer im Hamsterrad gefangen ist? Meine Antwort darauf ist Nein.

Arme Menschen arbeiten für ihr Geld – reiche Menschen lassen ihr Geld für sich arbeiten und werden dadurch immer reicher. Auch wenn das vielleicht vielen klar ist, nutzt kaum jemand diese einfache Regel der Reichen aus. Warum soll ich immer auf meinen Arbeitgeber schimpfen, um mehr Geld betteln und auf Knien um einen Urlaub betteln der mehr als zwei Wochen am Stück dauert? Ich lasse einen Teil meines Geldes für mich arbeiten, damit ich in Zukunft mehr Zeit für mich habe denn Zeit ist die wichtigste Ressource die wir haben.

Ich lebe im hier und jetzt – Ich gebe mein Geld gerne aus. Man weiß nie ob man morgen noch lebt

Eine sehr positive Einstellung zum Leben. Ich bekomme dieses Argument sehr oft zu hören. Warum? Weil es stimmt. Viele geben ihr Geld gerne aus und genießen ihr Leben in vollen Zügen im hier und jetzt. Das ist auch gut so. Doch sind wir mal ehrlich. Wissen wir überhaupt am Ende des Monats noch wofür wir unser Geld ausgegeben haben? Werden wir wirklich glücklicher indem wir einfach immer mehr konsumieren? Klingt unlogisch oder? Ist es am Ende auch. Haben sich diese Anschaffungen gelohnt? Dinge die ich mir kaufe, sind immer auch Verbindlichkeiten. Viele dieser Verbindlichkeiten führen am Ende zu noch mehr Ausgaben. Die besten Beispiele hierfür sind Autos. Nicht nur die Anschaffung kostet ein Haufen Geld. Auch die Wartung, das Benzin, Steuern, Versicherung usw. Viele Denken, sie haben sich mit einem tollen, teuren Auto einen Gefallen getan indem sie es finanzieren (auf Raten kaufen), doch ich persönlich möchte keine teuren Kredite aufnehmen für Dinge die, wenn ich mit meiner Ratenzahlung fertig bin nur noch einen Bruchteil des Wertes haben. Vielleicht besitze ich die Dinge dann auch gar nicht mehr. Manche sprechen bei einem Autokauf gar von einer Investition. Doch eine Verbindlichkeit ist keine Investition. Zumal eine Investition in einen Gegenstand der schon im ersten Jahr garantiert 30% Wertverlust gerneriert sehr schlecht angelegtes Geld ist. Komischerweise sind das dann diejenigen, denen das Risiko der Börse zu groß ist.

Zurück zum Thema: Was ich mit diesem Beispiel sagen wollte war, dass ich auch im hier und jetzt lebe. Ich behaupte sogar, dass ich gut lebe. Ich kaufe mir Dinge die mir gefallen und ich kaufe mir Dinge von denen ich glaube, dass ich Freude damit habe. Im Januar war das ein neues Navigationsgerät zum Geocachen (weil das alte kaputt gegangen ist). Im September fahre ich gemeinsam mit meiner Freundin nach Norwegen in den Urlaub. Gemeinsam wollen wir eine Fjordwanderung machen. Ich kann also nicht behaupten, dass ich im hier und jetzt auf bestimmte Dinge verzichte und genau das wäre sicher auch nicht Sinn der Sache. Ich konsumiere inzwischen einfach bewusster. Vor einem Kauf frage ich mich immer wieder, ob ich das wirklich brauche. Vor allem bei tollen Küchengeräten ist das der Fall. Immer wieder locken Angebote mit Küchengeräten die wirklich praktisch sind. Eine Brotbackmaschine z.B. – kann man haben. Aber braucht man das wirklich? Wir backen vielleicht alle zwei Monate ein Brot. Das klappt auch gut im Herd. Wozu soll ich mir also eine Brotbackmaschine kaufen? Früher hätte ich das Teil bestimmt gekauft. Heute denke ich mir, dass ich das eigentlich nicht wirklich brauche und spare damit viel Geld. Einschränken tu ich mich damit aber nicht.

Dadurch und durch einen sehr günstigen Lebensstil (Ich wohne in einer WG und fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit) bleibt trotz schlecht bezahltem Job einiges Geld übrig. Warum das übrige Geld auf einem Girokonto verrotten lassen und mit der Zeit sogar von der Inflation auffrressen lassen (Geld verliert jedes Jahr ca. 2% an Kaufkraft – also an realem Wert)? Lieber lege ich es an und hoffe damit auf lange Sicht dem Hamsterrad zu entkommen. Ich sage immer, dass ich das System versuche mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen.

Fazit

Freiheit vor der Rente – Für mich ist das ein gutes Ziel. Es ist greifbarer und beeinflussbarer als das hinarbeiten auf eine staatliche Rente und durch einen schlecht bezahlten Beruf wahrscheinlich ein abdriften in Altersarmut. Es ist von mir selbst beeinflussbar. Dadurch mache ich mich unabhängig vom Staat oder anderen Institutionen. Wenn es nicht klappt, ich all mein Geld verlieren sollte oder andere unvorhersehbare Dinge passieren fängt der Staat mich dennoch auf. Ich weiß nicht was morgen passiert. Aber ich weiß worauf ich derzeit hinarbeite. Vielleicht werde ich in Zukunft ganz anderen Lebensumständen begegnen und ich werde dieses Ziel vielleicht nie erreichen weil sich z.B. meine Ausgaben plötzlich erhöhen oder andere Dinge wie z.B. Krankheiten Priorität haben. Aber warum soll ich mich vom Staat und Arbeit vollkommen abhängig machen, wenn ich mein Leben lieber vollkommen selbst in die Hand nehme und im Zweifel immer noch auf Leistungen vom Staat zurück greifen kann? Ich wüsste nicht wo da ein Risiko mit verbunden ist. In folgenden Artikeln werde ich euch meine konkreten Ziele erleutern. Ich werde euch zeigen wie ich diese Ziele erreichen will und wie nah ich diesem Ziel jetzt nach einem halben Jahr schon gekommen bin. Ihr werdet sehen, dass ich improvisieren und hohe Risiken eingehen muss um diese Ziele wirklich erreichen zu können – Risiken die sich lohnen.

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