Nichts für ungut liebe Mitblogger. Jeder sollte das machen was einem Spaß macht. Aber kann das wirklich schon alles sein? Sieht so die moderne Bloggerszene aus?

Ich bin ja inzwischen mehr oder weniger beim „über den Tellerrand“ hinaus blicken und bin einigen Gruppen bei Facebook beigetreten und ich muss leider sagen, dass ich schon mehr oder weniger enttäuscht oder entsetzt bin womit sich unsere (Meine) Generation so beschäftigt. In diversen Gruppen können Beiträge geteilt werden und leider lese ich dort fast nur irgendwelche Beiträge über Mode, Schminke oder Reisen. Ist es wirklich schon so weit gekommen?

Soll das schon alles sein?

Ich habe ja nichts dagegen das man (vor allem Frau) darüber bloggt. Aber irgendwie kann das doch nicht alles sein oder? Jedenfalls sollten doch nicht fast alle Beiträge diesen Inhalt haben. Es gibt doch viel wichtige Themen und wir als Blogger und als wichtiger Teil der deutschen Medienlandschaft haben da eine Mitverantwortung oder sehe ich das falsch?

Die Welt steht in Flammen. In Amerika schaltet und waltet ein Machtbesessener Narzisst wie er möchte. Er tritt Menschenrechte mit Füßen und will sogar die Folter wieder einführen und in allen Bloggergruppen liest man „Diese Mode ist 2017 angesagt“ oder „Meine Schönheit 2017“. Euer Ernst? Wirklich? Nicht ein Beitrag über Trump oder überhaupt politische Themen? Soll das wirklich alles sein was euch interessiert oder auch nur tangiert?

Zu meinem Glück muss ich aber auch sagen, dass ich mit meiner Kritik nicht allein dastehe und ich werde mit diesem Post hier sicher nichts ändern. Aber ich bin ja schon froh das nicht alle so sind. Juliary drückt in ihrem Beitrag gut aus, dass man dennoch über seine Lieblingsthemen „Fashion und Reisen“ bloggen kann. Aber man sollte eben auch ein kleines bisschen Verantwortung übernehmen. Im Beitrag von Alice geht es darum, dass wir alle wieder mehr kritisieren sollten (könnt ihr mit diesem Beitrag auch gern machen denn ich denke wir sollten auch mehr diskutieren).

Was mich an deutschen Blogs und Bloggern stört

Nun da ich durch die ganzen Facebook-Gruppen einen guten Einblick in die deutsche Bloggerlandschaft habe, fällt mir einiges auf was mich wirklich stört und nervt. Das fängt bei Bloggern an und hört bei den zugehörigen Blogs auf. Natürlich könnt ihr ja jetzt sagen: „Du musst das ja nicht lesen“. Aber man kommt ja kaum daran vorbei, wenn man sich als Blogger ein wenig vernetzen will.

Arroganz

Leider habt ihr richtig gelesen. Ich finde einige Blogger strotzen so vor Arroganz. Vielleicht weil sie erfolgreich ihre Seele für irgendwelche Produkte verkaufen und eben damit Geld verdienen? Weil sie 20000 Besucher im Monat haben? Ich kann nicht genau sagen warum das so ist. Aber irgendwie wirken manche Blogger derart arrogant auf mich das mir fast schlecht wird. Der eigene Blog wird präsentiert als wäre es die Überseite im Netz. Dabei wird vergessen, dass es eben doch viel wichtiger für Blogger ist, sich respektvoll und partnerschaftlich zu verhalten. Dieses Konkurrenzdenken bekommt man aber wohl bei Bloggern nicht mehr weg, weil wohl alle nur noch auf das Geld schauen.

Das Geld

Wo wir auch schon bei Punkt zwei wären. Geld spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle und auch für einige Blogger ist Geld ein wichtiger Faktor. Klar, man liest immer wieder Geschichten von Bloggern, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten oder sogar mit ihrem Blog reich geworden sind. Aber viele Blogger verkaufen ja ihre Seelen für Produkte hinter denen sie am Ende nicht einmal selbst stehen und das am Ende sogar nur für einen Apfel und ein Ei. Das muss doch nicht sein. Für einen Blog gibt es doch nichts wichtigeres als authentisch zu sein. Blogs mit 2/3 Produktvorstellungen oder deutlich erkennbar viel bezahltem Content sind für mich ein Tabu. Klar, auch ich habe das immer wieder mal gemacht, aber nur wenn ich mich danach noch im Spiegel ansehen konnte.

Jeder Blog sieht gleich aus und hat den gleichen Inhalt

Wo ich beim letzen Punkt wäre. Die deutsche Bloggerlandschaft ist wie ich finde zu einem Einheitsbrei verkommen. Jeder will irgendwie cool, hip und modern sein und übernimmt das coole, hippe und moderne Theme vom anderen. Jeder will irgendwie cool, hip und modern sein und übernimmt die Themen des anderen. Es ist toll das es inzwischen vegane Pelze (oder sonstwas) gibt. Aber bei vielen Bloggern die über coole, hippe Inhalte schreiben habe ich das Gefühl das da keine echte Reflexion mit dem Thema stattfindet. Wie wäre es mal mit einem Artikel darüber warum man nur noch vegane Pelze trägt? Das ganze muss doch Hintergrund haben oder macht man das nur weil das alle machen und es eben cool, hip und modern ist?

Die Bloggerlandschaft verkommt zu einem coolen, hippen Einheitsbrei. Alles muss irgendwie dem modernen, jungen Lebensstil entsprechen. Warum man sich aber dafür entschieden hat, wird nirgends beschrieben und ich habe die Befürchtung das viele Menschen wirklich nur vegan oder Glutenfrei leben weil es eben gerade Hip ist. Über die politischen oder persönlichen Hintergründe wird wenig oder gar nicht berichtet, geschweige denn überhaupt reflektiert. Das ist eigentlich schade und das ist eben wie ich finde das was einen guten Blog und einen guten Blogger aus macht. Über den coolen veganen Pelz kann doch jeder schreiben. Aber warum man selbst nur noch veganen Pelz trägt ist doch eigentlich viel interessanter oder?

Mein Appell:

Was als Abschluss eines solchen Beitrages noch fehlt ist ein Appell: Leute, seid mehr ihr selbst und nicht so wie Unternehmen XYZ euch vorschreibt. Ich würde viel lieber mehr Artikel darüber lesen, warum man vegan lebt und nicht darüber, dass das vegane Produkt XYZ ganz toll weil es eben vegan ist (das vegane Produkte toll sind weiß ich selbst). Also fasst euch doch mal wieder ein Herz und erstellt eine Kategorie im Blog über persönliches. Persönliches kann eine politische Meinung sein. Persönliches kann der vergangene Urlaub sein (den man wirklich erlebt hat und nicht geschrieben wurde, weil jemand Geld dafür bot). Jeder von euch muss doch eine Meinung haben. Auch wenn man damit anecken kann. Es ist wichtig für die eigene Meinungsbildung eben auch darüber zu diskutieren und sich mit der eigenen Meinung auseinanderzusetzen.

 

 

14 Thoughts on “Geht es wirklich nur um Fashion, Reisen und Schminktipps?

  1. Ein sehr toller Beitrag. Vielen Dank dafür. Ja ich habe auch häufig das Gefühl , dass viel Einheitsbrei veröffentlicht wird. Und wenn eine Erscheinung auftritt , schreiben alle drüber (so momentan zu beobachten bei dem 1000.Artikel darüber , wie mit bloggen Geld zu verdienen ist). Danke für den Mut , es mal auszusprechen.

    Viele Grüße
    Heike

     
    • Ludwig on 30. Januar 2017 at 21:16 said:

      Leider ist das wirklich so. Anstatt einfach das zu machen das einem wirklich Spaß macht..

       
  2. Herje, ich habe einen nicht Fashin Blog gefunden, mein Körper überschüttet mich mit Glücksgefühlen 😱

    Ich finde es tatsächlich schlimmer in Fashion Beiträgen und Co. zu kommentieren. Ich musste einmal, weil ich auch in diversen Facebook-Blogger Gruppen unterwegs bin, einen Beauty Artikel via Kommentar-tausch kommentieren. Das einzige was mir dazu eingefallen ist war: „Die Hose passt echt gut zur Tasche.“. Meinen Ansprüchen genügte das zwar eigentlich nicht, aber ich weiß wirklich nicht, was ich da sonst so kommentieren soll.

    Ich gebe mir sonst echt Mühe, weil ich ja auch mehr lesen will als „Guter Beitrag“, jedoch halte ich das dort für unmöglich…
    LG Lenniac

    PS: Ich hab nen kleinen und noch sehr neuen Comedy und Satire Blog, wenn du vorbei schauen willst, hab ich nichts dagegen 😅

     
    • Ludwig on 30. Januar 2017 at 21:17 said:

      Das kommentieren in Fashionblogs spare ich mir. Ich muss sagen, das ich mir wirklich nur die Perlen raus suche. Aber dort schau ich dann auch öfter mal vorbei. Auf Satire steh ich. Deine Seite schau ich mir sehr gern an. 😉

       
  3. Pingback: Trüffel suchen in den Blogs › Henning Uhle

  4. Was meistens bezeichnend ist, ist wenn es absolut nichts zu sagen gibt, nichts was man darauf kommentieren könnte.
    Was Politik angeht, habe ich mir schon oft die Worte dazu zurechtgelegt, in meinem Kopf, sie letztendlich aber nie aufgeschrieben und so existieren sie nicht. Ich kenne auch Blogs, die relativ unpolitisch sind, aber hinter denen dennoch viel steht und bei denen es sich lohnt vorbeizusehen. Und denen ich politisches Handeln zutraue.
    Naja. Es gibt noch die Buchbloggersphäre, in der die Leute, obwohl sie doch relativ viel lesen, auch nicht viel dazu sagen. Sondern, wie viele Bücher habe ich letztes Jahr gelesen, welches Genre (Statistik. Im ERNST) und das aussagekräftigste an den Rezensionen sind die Sterne, weil sie kostenlose Rezensionsexemplare bekommen und Wenige begreifen, dass ihnen nichts passiert, wenn sie ehrlich ihre Meinung zu diesem Buch sagen. Ich wollte da mal dazugehören, dazu ist mein Pensum an Rezensionen (3 pro Woche? Bei Buchbloggern kein Problem!) nicht schnell genug.

     
    • Ludwig on 31. Januar 2017 at 14:07 said:

      Genau diese Inhalte auch bei Buchbloggern die immer und immer wieder nur positive Rezensionen schreiben, weil sie nur gesponsert sind zieht sich leider durch die gesamte Blogspäre. Es ist ein Trauerspiel. Aber es gibt ja auch noch die Perlen darunter.

       
  5. Coole Seite, danke, dass Du den Artikel bei Facebook verlinkt hast. 🙂 Beauty Blogs lese ich so gut wie keine, in meiner Blogroll findest Du ein paar Sportler, die absolut lesenswert sind. 🙂

     
  6. Ich bin im Fair Fashion und Veganer Blog Bereich unterwegs (auch mit meinem eigenen Blog). Da gibt es wirklich tolle, tolle Blogerinnen, die ganz selten mal eine faire Modemarke vorstellen, sich sonst aber viel mit der Umwelt, mit Philosophie und anderen Fragen des Lebens beschäftigen. Wirklich sehr cool eigentlich. An ganz normalen Fashion-Blogs habe ich auch absolut kein Interesse.

     
  7. Nix gegen Reiseblogs. 😉

    Aber, diese bitte mit authentischen Berichten, tollen Bildern von den Reisezielen (ohne dass da BloggerInnen in irgendeiner der Standardposen die Sicht versperren). 🙂

    Ich gebe Dir mehr als Recht. Der Aufbau einer schönen Scheinwelt, am besten in überbelichteten Pastellfarben, ist teilweise krass. Da bezeichnen sich Leute allen ernstes als Reiseblogger und zeigen nur Fotos von sich selbst, natürlich in ihren Markenklamotten, wie sie über die Straße gehen (eines der Standardbilder) oder in anderen Posen, so auf drölfzig Bildern, mit 100 Worten, wo über das coole Shooting gesprochen wird. Unten drunter dann natürlich die Links zu den Shops, wo man die Klamotten kaufen kann. Das sind keine Reiseblogs!!!11!eins!

    Da schwappt in meinen Augen die Instagram-Glamour-(Schein)-Welt rüber in die Blogs.

    Beauty und Fashion Blogs lese ich nicht. Ab und zu lünkere ich da mal rein, wenn die wieder in Massen geteilt werden. Die sehen alle gleich aus, ich kann die nicht auseinander halten. Die gleichen Fotos, die gleichen Posen, der gleiche Aufbau.

    Nur, jetzt kommt das große Aber, es scheint zu funktionieren. Die haben ihre Leserschaft, die haben teilweise damit richtig Erfolg. Also machen die alles richtig und wenn es den SchreiberInnen dann noch Spaß macht, sei es ihnen gegönnt.

    Ich muss mir das ja nicht ansehen, keiner zwingt mich dazu.

    LG Thomas

     
    • Ludwig on 31. Januar 2017 at 14:14 said:

      Da hast du wohl Recht. Übrigens finde ich deinen Blog als Reiseblog richtig gut. Hab mal ein wenig überflogen. Es ist eben nicht dieser Einheitsbrei.

       
  8. Das ist ja ein ganzer Kommentarschwal aufgelaufen. Hervorragend! Also der Austausch sowie deine Worte.
    Da kann man eigentlich gar nichts mehr hinzufügen, außer der Spekulation….
    Vielleicht bewegen sich alle hier Beteiligten nur im falschen Raum und wissen es nicht. Vielleicht steckt da eine große Verschwörung dahinter. 🙂

     
  9. Wenn man lange genug dabei ist, kann man rückblickend die Veränderungen beobachten. Sei es Twitter, Facebook, Instagram oder die Blogs. Foren gibt es ja kaum noch. Oder schaut Euch doch mal Youtube an. Die Entwicklungen werden nicht jeden gefallen, aber sie sind nicht aufzuhalten.

    Was den eigenen Blogkonsum angeht, kann man seine eigene Filterbubble entsprechend justieren. Ich lese das was mich interessiert. Daher stören mich die ganzen Testblogs und Beautieblogs nicht. Und wenn mich ein Thema interessiert wozu es kaum oder keine Blogs gibt, dann steht es mir ja frei selbst dazu etwas beizutragen.

    Ich für meinen Teil besetze als männlicher Foodbloger mit herzhaftem Content eine Nische die von Veggie und Backblogs mit hübschen fotogenen Schreiberinnen umringt ist.

     

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