Immer wieder beobachtet man in den sozialen Netzwerken, dass sich politische Gegner „geistig duellieren“. Vor allem auf rechten Seiten z.B. auf Facebook sieht man es sehr oft. Es wird nicht argumentiert, sondern beleidigt. Oft gehen diese Gegenseitigen Beleidigungen bis einer von der Seite geblockt wird.

Das macht mich ein wenig stutzig. Es kann doch nicht sein, dass „Du hast einen kleinen Penis und einen Eierkopf“ die einzigen Argumente sind, die diese Menschen heraus bringen. Vor allem von rechter Seite kommt dann noch oft so etwas wie „wir kriegen euch alle“ oder „ihr sollt hängen“. Doch fairerweise muss man sagen, dass solche Äußerungen auch oft genug von links kommen. Es wird sich überhaupt nicht mehr mit politischen Inhalten auseinander gesetzt. Für mich hat das ganze den Anschein, als ob man in irgend eine Richtung sozialisiert wird und damit das Weltbild nicht ins Wanken gerät, verschließt man die Augen vor Argumenten und pöbelt statt dessen lieber rum.

Ich frage mich, ob wir vielleicht das Argumentieren verlernt haben, oder uns die sozialen Netzwerke einfach mal die Freiheit geben, richtig schön auf die Kacke zu hauen. In meinen Augen ist es jedenfalls immer wieder erschreckend, wie viel dummes Zeug in den Kommentaren steht. Man bildet sich nicht (weil ja alles Lügenpresse ist) und tut die Argumente einfach als falsch ab. Vor allem in der aktuellen Flüchtlingsdebatte erschreckend.

Plötzlich wissen die Anwohner von Freital, dass wirklich alle Asylbewerber Steine schmeißen, Mädchen vergewaltigen und auchnoch Wirtschaftsflüchtlinge sind. Wie ich schon einmal schrieb, zeigt die jüngere Geschichte, dass meist das Gegenteil der Fall ist.

Ein weiteres Argument ist natürlich, dass besorgte Bürger Angst davor haben, dass die deutsche „Rasse“ ausgetauscht werden soll. Doch wer ein wenig weiter denkt, der fragt sich doch, was das für einen Sinn haben soll. Warum sollte so ein Aufwand betrieben werden um eine angebliche neue Weltordnung zu etablieren? Teilweise kommen hier krude Ansichten an den Tag. Vielleicht ist das auch der Grund, warum man sich in sozialen Medien nur vollpöbelt. Zu wackelig sind rassistische Verschwörungstheorien.

Bild: Stefan Jürgensen

One Thought on “Haben wir das Argumentieren verlernt?

  1. Ich denke, dass sich einige von diesen „Beleidigern“ und „Schlechtrednern“ nie, oder nur oberflächlich mit politischen Belangen auseinandergesetzt haben. Es ist aber auch heutzutage so einfach sich die „Meinung“ eines anderen, der vermeintlich Ahnung hat, anzueignen. Klar, Recherche ist eben anstrengend und lesen was für Klugscheißer. Also nehme man 2 EL von dem was in den gegnerischen Räumen so geäußert wird, das wird dann durch die Waage auf die 2 Tl eigene „Meinung“ abgeglichen, das ganze wird dann noch mal ordentlich mit 10l Vorurteilen und 3kg Hören-Sagen angereichert ,das ganze wird dann bei 200°C Umluft gebacken und fertig ist die hitzköpfige „Meinung“.

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