junge AlternativeDas BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) macht seit Jahren gute und ansprechende Kampagnen zur Prävention von Geschlechtskrankheiten. Vor allem Aids. Nun will die Junge Alternative (für Deutschland) in Niedersachsen dem einen Riegel vorschieben.

In der neuen Kampagne der BZgA werden Comics gezeigt, bei denen angedeutet wird, dass Paare (auch Homosexuelle Paare) Geschlechtsverkehr haben. Das geht der Jungen Alternative aber entschieden zu weit.

Junge Alternative wittert verschwörung

Die Junge Alternative in Niedersachsen wittert in der ganzen Sache nicht weniger als eine Verschwörung und schreibt in ihrer Pressemiteilung:

„Präventions- und Informationsmaßnahmen zu Geschlechtskrankheiten sind grundsätzlich eine wichtige und unterstützenswerte Angelegenheit. Die Kampagne „LIEBESLEBEN“ legt allerdings den Verdacht nahe, dass Gender-Ideologen die Aufklärungsarbeit nur als Deckmantel benutzen, um ihren Traum von einer frühsexualisierten, multisexuellen „Gesellschaft der Vielfalt“ zu verwirklichen.

Mit dieser Begründung schießt die Junge Alternative natürlich den Vogel ab. Warum müssen die generell überall irgendwelche Verschwörungen wittern? Die aktuelle Kampagne ist einfach nur zeitgemäß und ansprechend gestaltet. Darin nun zu unterstellen, dass eine ominöse Gender Ideologie Propaganda für eine frühsexualisierte, multisexuelle Gesellschaft verbreiten will ist dabei schon etwas weit her geholt. Dazu zwei Thesen von mir:

  1. Ich glaube kaum, dass Kinder sexuelle Praktiken sehen, wenn sie die Plakate ansehen. Vielmehr sehen sie darin etwas witziges. Es ist wahr, dass Sex auch für jüngere Menschen kein Tabuthema sein sollte und deshalb sind diese Plakate auch so wichtig. Sie erscheinen harmlos aus dem Blcikwinkel eines Kindes, aber für jeden der sie versteht eine klare Botschaft. Die JA Niedersachsen will das unterbinden. Dabei ist Aufklärung gerade in jungen Jahren wichtig. Wie stellt sich die JA das vor? Aufklärung erst ab 18? Und wenn dann nur in abgeschlossenen Räumen? So läuft das einfach nicht!
  2. Die JA unterstellt, dass Homosexualität bzw. Multisexualität durch irgendwelche Propaganda kommt. Klar ist ja, dass jeder Homosexuell wird, wenn er an solchen Plakaten vorbei läuft. Dass das ganze ganz andere Gründe haben könnte, sieht die JA allerdings nicht. Homosexualität ist doch keine sexuelle Präferenz die man durch Propaganda erhält. Zudem ist Homosexualität teil unserer Gesellschaft. Es gibt keinen legitimen Grund, warum man Homoxexualität aus solchen Kampagnen ausschließen sollte. Das es der JA nicht passt ist jedenfalls keiner. Im übrigen hat die JA offensichtlich nur mit schwulen ein Problem, wie man unten auf dem Plakat sehen kann… Dazu kann nicht nur noch mit dem Kopf schütteln…

Die JA hat sich mit dieser Pressemitteilung und der damit verbundenen Anzeige gegen die BZgA mehr als lächerlich gemacht. Solche Artikel könnten im Postillon erscheinen. Ich hätte aber nie gadacht, dass es heute noch irgendwer mit solchen Äußerungen ernst meint.

Sexismus in der JA immer präsent

Nun, wenn die JA so gegen diesen sexistischen Schweinskram ist, wie sieht es dann eigentlich in den eigenen Reihen aus? Munter blätterte ich mich also mal durch die Bildergallerien der JA und siehe da: Also wenn das nicht sexistisch ist, dann weiß ich auch nicht. Immerhin zeigen diese Bilder keine homosexuellen schwulen Handlungen. Im Sinne der JA ist damit wohl alles in Ordnung.

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12079261_722619521216391_5094647776437819241_nBild oben: JA Junge Alternative von Metropolico.org mit CC BY-SA 2.0

Bilder unten: Facebookseite der JA NRW

 

5 Thoughts on “JA Niedersachsen verklagt BZgA

  1. Ne, Kinder sehen darin nichts witziges. ich finde diese Werbung beschämend und wenn ich meinem fünfjährigen erklären soll warum dort ein Mann kaltes Wasser auf seinen Penis schüttet ist das noch harmlos im Vergleich zu diversen anderen Bildern. Pornografie können die ins Rotlichtmilieu packen aber nicht in familiäre Gegenden.

    • Ludwig on 29. Mai 2016 at 09:43 said:

      Ich finde nicht, dass das Pornografie ist. Immerhin muss eine direkte sexuelle darstellung vorhanden sein. Das ist hier nicht der Fall. Und wenn du deinem fünfjahrigen kind erklären musst was die dort treiben kannst du immernoch sagen, dass die Spaß haben. Oder eben eine Krankheit. Das ist doch kein Problem. Aufklarung ist in meinen Augen wichtig und das sollte auch anhand öffentlicher Kampagnen stattfinden. Immerhin hat die BZgA es geschafft, dass Aids und andere Geschlechtskrankheiten kein Tabuthema mehr sind. Schon allein das beweist den Erfolg der Kampagnen. Und in der Vergangenheit gab es in meinen Augen Kampagnen die weitaus schlimmer waren.

    • Vielleicht hast du nicht alle Bilder gesehen. Es gab da sehr wohl einige mit sexueller Darstellung und das es solche Kampagnen geben muss ist auch darauf zurück zu führen das ständig schon Kinder mit so etwas bombardiert werden. Mehr Moral hätte weniger Krankheiten zur Folge und seien wir ehrlich: es ist beschämend das sich offensichtlich nur die AfD dafür interessiert und alle anderen derart „sexualisiert“ sind das sie schon den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

    • Ludwig on 30. Mai 2016 at 20:25 said:

      Klar sind sexuelle Handlungen zu sehen. Aber ein dreijähriges Kind sieht das etwas anders wie ich denke. Pornografie ist das schon garnicht. Es sin nicht einmal Geschlechtsteile zu sehen, die man heute im Nachmittagsprogramm im TV sieht.

      Natürlich würde etwas mehr Moral dazu beitragen, dass weniger Geschlechtskrankheiten auftreten. Aber dafür kann man sicher nicht das BZgA verantworlich machen, welches nur mit der Zeit geht. Es sind andere die die Jungend und die Kinder verrohen lassen und jedes Gefühl für Moral und Verantwortung verschwinden lassen.

      In Zeiten in denen Kinder mit 12 Schwanger werden ist diese Kampagne genau richtig. Im übrigen fand ich die Kampagnen mit den Sprüchen bzw. den Kondomen über dem Gemüse weitaus schlimmer.

    • Dies Kampagne mit dem Gemüse gab es hier nicht, vor allem nicht in so groß und es ist für mich erschreckend wenn kleine Kinder solche Werbungen, die meiner Meinung nach durchaus unter den Begriff Pornografie gehören, irritiert betrachten während jede andere Werbung ignoriert wird. Ich denke da ist eher der Wunsch das Kinder es nicht wahrnehmen weil Erwachsene das sehen wollen. Wir schauen übrigens seit Jahren kein Fernsehen-aus gutem Grund. Natürlich ist das BZgA nicht der Ursprung des Problems, aber sie sind seit Jahren fleißig beteiligt. Unvergessen die Broschüre mit den zweideutigen Äußerungen in Richtung „Missbraucht doch Babys und Kleinkinder, das ist gut für ihre Entwicklung“. Wenn du jetzt dazu bedenkst das in einigen politischen Kreisen gewünscht wird das sexuelle Handlungen an Kindern straffrei bleiben und die Niederlande mal eine direkte Pädophilenpartei hatte die ebenfalls dafür eintrat und argumentierte dass es ja kein Verbrechen sei wenn Kinder diese Handlungen wünschten, dann musst du dir das Gesamtbild anschauen. Mit den Kampagnen der BZgA und deren Hilfsmittel können Kinder gezielt dazu erzogen werden missbrauch als „normal“ zu empfinden. Kampagnen zu Krankheiten sind sicher sinnvoll, aber die Art ist das entscheidende und da spreche ich die BZgA nicht frei, sondern bin der Meinung sie haben mal wieder über das Ziel hinaus geschossen (und vielleicht war das gewollt).

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