Jens Spahn ist unser neuer Gesundheitsminister und er hat sicher keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Es gibt viele Baustellen die er abarbeiten muss. Eine ist auch das für mich große Thema Pflege, über das ich in letzter Zeit öfter schrieb, aber auch die Ungleichbehandlung von Kassen und Privatpatienten.

Um was geht es konkret?

Zunächst kennt es doch jeder Kassenpatient: Man wartet mitunter monatelang auf einen Arzttermin bei vor allem Spezialärzten. Oft ist man im schlimmsten Fall dann aber schon tot. In der Sendung Hart aber fair war Simone  zu Gast, die drei Monate auf einen Befund wartete, ob sie nun Krebs hat oder nicht. Wertvolle Zeit, die im Einzelfall sicher Leben retten kann.

Diesem Thema wollte sich auch unser neuer Gesundheitminister Jens Spahn annehmen. Doch für die neue Groko Typisch ist, dass man zunächst alles in Kommissionen prüfen und erarbeiten lässt. Sicher ein wichtiges Instrument um bestimmte Maßnahmen zu erarbeiten und Lösungen zu finden, doch von der ursprünglichen Aufbruchstimmung ist vor allem im Gesundheitswesen keine Spur mehr.

So auch zum Thema Ungleichbehandlung von Kassen und Privatpatienten. Hierzu lässt Jens Spahn so ziehmlich alle Fragen offen. Bis auf einen kleinen Punkt: Er behauptet, dass die Mehrheit der deutschen hinter diesem System stünden und man nur kleine Stellschrauben verändern müsse. Er wiederholt und bestätigt Probleme aus kleinen Einspielungen, kann aber zu keinem Punkt wirkliche Lösungen anbieten.

Was ist dabei herausgekommen?

Jens Spahn hat einen schweren Job zu erfüllen und er hatte einen mehr als holprigen Start seiner Amtszeit mit diversen Äußerungen über Armut und Hartz 4-Empfänger oder auch in der aktuell wieder auflodernden Abtreibungsdebatte. Auch gestern hat er keine wirklich gute Figur gemacht. Es sollte alles so schnell gehen. Es sollten so schnell Lösungen für diverse Probleme her. Und nun sitzt ein Gesundheitsminister in der Talkshow und kann einfach überhaupt nichts vorweisen.

Da ihr ja wisst was das Thema Pflege für mich bedeutet, versuche ich das ganze mal auf dieses Thema zu übertragen: Spahns neuste Aussage zum Thema Pflege ist: Pflegekräfte sollen in Zukunft ärztliche Aufgaben übernehmen. Das ist sicher gut für die auch überforderten Ärzte, aber schlecht für die in Notlage befindlichen Pflegekräfte.

Ein Sofortprogramm soll es geben. so stand es jedenfalls im Koalitionsvertrag. Davon spürt man und hört man inzwischen nichts mehr. Auch verschwindet das thema langsam wieder aus den Schlagzeilen. Es besteht also wenig Hoffnung für pflegende. Bei meinem Arbeitgeber wurde gesagt, dass man die Löhne erhöhen könnte, dies aber auf den Pflegebedürftigen abgewältzt werden würde. So versuchen Arbeitgeber in der gesamten Branche Angehörige, pflegende und gepflegte gegeneinander auszuspielen. Stattdessen pumpt das System weiter Aktionären fleißig Geld in die Tasche. Wann hat das alles ein Ende? Wann hört man endlich auf mit der Gutmütigkeit der Pflegekräfte Roulette zu spielen? Wann steht diese Branche endlich geschlossen auf? Von einem Herrn Spahn kann man ohne bestimmten Druck wohl eher wenig erwarten.

Die Ganze Sendung Hart aber fair kann man sich noch in der ARD Mediathek ansehen.

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