Die Grünen – Einst eine Partei auf denen ältere Damen auf Parteitagen strickten. Eine etwas andere Partei, die so überhaupt nicht zu den anderen passte. Eine Ökopartei, eine Friedenspartei, eine wirklich Basisdemokratische Partei. Doch davon ist nicht mehr viel übrig – leider.

Ich hielt die Grünen mal für eine echte Alternative, weshalb ich dieser Partei auch einst beigetreten bin. In unserem Kreisverband, der vor allem aus etwas in die Jahre gekommenen, älteren Grünen (viele Grüne der ersten Stunde) bestand konnte ich auch noch erleben was es einst hieß ein Grüner zu sein.

Nun bin ich auf Antiatomdemos gefahren, habe gegen Nazis demonstriert und dabei stolz meine Grüne Fahne geschwungen und hatte viele echt tolle Diskussionen mit der Partei. Solange das ganze in unserem kleinen Rahmen blieb war das ganze auch echt nicht schlecht. Doch schon damals zeichnete sich ein Kampf ab, der nichts mehr mit den Grünen Idealen zu tun hat. Ein Kampf darum ob die Grünen noch die Partei sind, die sie mal waren. Ein Kampf darum, dass die Grünen eher mittig oder eher links anzusiedeln ist.

Heute bewegt sich die Partei auf dem Scheideweg und einer der schlimmsten innerparteilichen Konflikte zeichnet sich ab. Womöglich wurde er schon geführt und ist schon entschieden. Zumindest deutet nach außen alles darauf hin. Denn die Grünen wollen wieder einmal ihre Spitzenkandidaten von der Basis wählen lassen. In alter Tradition – versteht sich doch von selbst.

Im Gegensatz zum letzten mal steht aber eine Kandidatin schon fest. Naja gewählt ist sie noch nicht, aber es ist die einzige Kandidatin und weil die Spitze bei den Grünen aus alter Genderisierungstradition immer aus mindestens 50% Frauenanteil bestehen muss, ist Katrin Göring Eckardt im Prinzip schon gesetzt. Auch wenn sie das nicht zugeben will.

Die „Realofrau“

Tja und da Katrin Göring Eckardt offen mit ihrer eher schwarzen Liebeserklärung umgeht, besteht mindestens ein Teil der Grünen Spitze aus Kandidaten die mit der CDU koalieren möchten. Sie hat da nie einen Hehl draus gemacht und hat den innerparteilichen Konflikt zwischen den Realos (eher CDU-nahen) und den Fundamentalen Grünen (eher linken) aus Thüringen voll und ganz mit in die Bundesebene genommen. Da herrscht keine Einigkeit. Die Grünen sind heute so zerrissen wie noch nie.

Die anderen Kandidaten

Doch zum Glück gibt es noch andere Kandidaten bei der Urwahl und immerhin über 50% der Spitze kann das Grüne Basismitglied noch entscheiden. Das wären Hofreiter, Özdemir und der mir eher unbekannte (und auch eher Chancenlose) Habeck.

Özdemir ist wie Eckardt auch ein typischer Realo, der mit der CDU am liebsten fusionieren würde, Hofreiter ist eher typisch für den „Fundi“ und eher im linken Flügel anzusiedeln. Habeck spielt momentan noch die Rolle des Schlichters und des Predigers der Einigkeit, er ist derjenige, der die Flügel einen will. Ob der das mit Frau Eckardt schaffen wird, ist eher fraglich.

und so bleibt am Ende ein bitterer Beigeschmack bei der Urwahl der Grünen. Ist das wirklich die Richtung in die sich die Partei bewegen will? Eine weitere Partei die irgendwo bei CDU und SPD anzusiedeln ist? Dort ist kein Platz mehr und jeder weiß inzwischen, dass Parteien, die mit der CDU gemeinsame Sache machen entweder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden oder von Volkspartei auf Randparteigröße zusammenschrumpfen.

Wo ist denn die echte Alternative? Die Ökopartei, auf deren Parteitagen strickende Frauen das Bild prägten? Wo Leinenhosen statt Anzüge präsent sind? Die Grünen verkaufen seit ihrer Gründung ihre Seele immer weiter und nun sind sie an einem Punkt angekommen an dem sie bald niemand mehr braucht, weil sie Teil eines Einheitsbreis geworden sind und so kann es passieren, dass diese Partei noch vor der Koalition mit der CDU in der Bedeutungslosigkeit verloren geht. Inhaltlich sieht es so aus, oder kennt ihr eine feste Position der Grünen?

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