Die Welt ist nicht nur Deutschland und es geht uns auf Dauer nur gut wenn es anderen auch gut geht

Häufig höre ich von Menschen „ich bin unpolitisch“, oder „Politik interessiert mich nicht“. Ich sage: sollte es aber. Andernfalls trifft man schnell Fehlentscheidungen.

Es ist Freitag. Schnell noch in den Supermarkt und einkaufen. Billigtoastbrot, Biobananen und ein Jogurt von Nestlé. Mit dieser Kaufentscheidung hat man gleich drei politische Entscheidungen getroffen. Eine für einen Großkonzern, Eine für Großbäckereien und eine für Fair-trade Produkte. Das sagt sicher noch nicht viel über unsere politische Einstellung aus, ist aber am Ende eine politische Entscheidung denn wir (die Verbraucher) entscheiden am Ende ob ein ausbeuterischer Großkonzern wie Nestlé weiter exisitieren kann oder ob Bananenbauern in Südamerika fair bezahlt werden. Das alles ist unsere Entscheidung und wir haben die Macht.

Jeden Tag treffen wir politische Entscheidungen

Egal ob es der Gang in den Supermarkt ist, oder die Wahl zwischen dem Auto und der Straßenbahn. Genau hier fängt Politik an. Mit den täglichen Entscheidungen. Wir wirken auf unsere Umwelt und selbst wenn wir den Bus nehmen weil es günstiger ist als das Auto, haben wir gleichzeitig eine Entscheidung für weniger Individualverkehr getroffen.

Nun müssen wir uns nur noch klar machen, dass wir mit unserem Verhalten politische Entscheidungen treffen. Auch wenn es uns meist nicht so bewusst ist.

Der Weg zum politischen Menschen dürfte aus dieser Perspektive nicht sonderlich schwer sein. Man müsste sich nur Gedanken über seine täglichen Entscheidungen machen und eben auch diese Entscheidungen bewusster und für das Gemeinwohl treffen und unsere Entscheidungen mit Parteiprogrammen vergleichen. Schon könnten wir ohne Bedenken zur Wahl gehen und das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Schon wäre ein Problem wie die AfD aus der Welt.

Nur noch Egoisten?

Es gibt politische Entscheidungen die treffen wir aus egoistischen Gründen. Beispielsweise die Nutzung des Autos (es sei denn es geht nicht anders). Dies tun wir nur weil wir selbst es bequem und schnell haben wollen. Aspekte wie Umwelt interessieren dann nicht. Ebenso verhält es sich in der Flüchtlingsdebatte. Flüchtlinge kommen hierher und nutzen unser Sozialsystem, welches aus unseren Steuergeldern finanziert wird aus. Das ist das tragende Argument der sogenannten „besorgten Bürger“. Es ist vollkommen egoistisch, weil es darauf basiert, dass andere einem selbst etwas wegnehmen (könnten).

Die Mobilisation der Massen durch die AfD ist gänzlich auf Egoismus ausgelegt. Egoismus ist eben das non plus ultra in unserer Gesellschaft. Alles ist nur auf das eigene Wohl ausgelegt, jeder der dieses Wohl nicht genießt ist selber Schuld. Und wenn es nur durch die Geburt in einem anderen Land ist. Was geht uns denn fremdes Elend an?

Keiner kann mir erzählen, dass diese egozentrische Erziehung in der Schule, dieses trimmen auf persönliche Leistung nichts mit der Entwicklung unserer Gesellschaft zu tun hat. Wir können doch nichts anderes mehr. Wir können nur an unser eigenes Wohl denken. Immerhin wurde es so in unsere Wiege gelegt.

Was fehlt?

Wir denken an uns. Generell ist an einer gesunden egoistischen Einstellung nichts falsch. Sie bringt uns voran und fördert uns. Sie weckt Ehrgeiz. Doch was unserer Gesellschaft fehlt ist das gewisse Etwas. Niemand kann ohne Rücksicht nur an sich denken, denn dann sind diejenigen die irgendwie aus dem Raster fallen (Obdachlose, Asylbewerber, Arbeitslose, usw.) auf Dauer verloren. Sie fallen nicht nur aus dem Raster, sondern werden vollends abgehängt.

Wir können nicht die eigene Lebensweise anderen Menschen überstülpen. Wir können nicht ohne den Menschen jemals gesehen zu haben darüber entscheiden ob jemand nun illegaler Einwanderer ist, kriminell oder sonst etwas. Das ist anmaßend, wird aber gerade in der heutigen Zeit betrieben. Mit diesen Methoden werden Wahlkämpfe geführt.

Was dagegen hilft ist ein gesunder Menschenverstand. Empathie und ein Bewusstsein für die Probleme anderer. Vielleicht kam ja jemand zu uns weil er an seinen Produkten nichts verdient hat, weil wir eben nicht zu den Fair-Trade Bananen griffen, sondern der billige Preis doch besser war. Wir sollten nicht pauschal verurteilen und ganze Bevölkerungsgrupppen als Intensivtäter bezeichnen. Das steht uns einfach nicht zu. Wir sollten uns bewusst machen das wir mit jeder unserer Entscheidung auch eine politische Entscheidung treffen. Wir sollten uns überlegen ob wir 2 Cent mehr ausgeben und dadurch die Umwelt schützen oder dem Bananenbauern etwas mehr zum Leben gönnen. Wir sollten uns überlegen ob wir Geld geben wenn uns wieder jemand nach Kleingeld fragt und nicht betroffen und abwertend weg schauen. Genauso könnten wir es sein, die da betteln gehen müssen.

Die Wahl des Umweltzerstörerischen Vekehrsmittels und Flüchtlinge aus den Ländern, die die Klimakatastrophe am meisten betrifft. Unser Egoismus, den schwächsten der Gesellschaft noch weniger zu gönnen, aber den Superreichen immer mehr Geld mit unserem Verhalten zuschieben. Wir sollten viel mehr über unser Tun und Handeln nachdenken!

 

4 Thoughts on “Politik ist überall und wir sind die Politik

  1. Bio ist nicht identisch mit FairTrade und leider ist weder das eine noch das andere umweltfreundlich denn Bananen wachsen nicht bei uns und der Transport vernichtet schon wieder die positiven Aspekte von Bio oder FairTrade

     
    • Ludwig on 13. Januar 2017 at 23:17 said:

      Da muss ich dir Recht geben. Doch immerhin kann man dennoch kann man mit seinen Entscheidungen eine bestimmte Aussage treffen. Am besten wäre es wohl, wenn man nur regionale Produkte die Bio und fair trade sind nutzt.

       
    • Dem stimme ich 100% zu 🙂

       
  2. „Doch was unserer Gesellschaft fehlt, ist das gewisse Etwas.“ Ein sehr tiefgründiger Beitrag mit einem wahren Kern, auch wenn ich deutschemuslima71 in ihrer Aussage beipflichte. Dennoch: Chapeau!

     

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