Ehrlich gesagt hasse ich es, wenn ich immer wieder das Thema Rassismus ansprechen muss. Doch nach wie vor scheint Rassismus Alltagsfähig zu sein.

Da ist die ältere Dame, die sich im Bus darüber beschwert, dass es so viele Ausländer bei uns gibt. Da sind die ganz normalen Menschen, die erzählen, dass ihre Arbeitsplätze verloren gehen, weil ein Ausländer ihn weggenommen hat. Da sind die alltäglichen Meldungen über Straftaten oder Statistiken über Arbeitslosigkeit der Menschen und schon wird eine gesamte Bevölkerungsgruppe stigmatisiert.

Im Umkehrschluss geht es uns deutschen so gut wie warscheinlich nie zuvor. Wir sind medizinisch abgesichert, wir sind vor Arbeitslosigkeit abgesichert, wir können Berufsunfähig werden und sogar Rentner ohne dem Staat dafür nur irgendetwas zu geben. Gut, wenn wir Arbeiten bekommen wir mehr zurück. Aber kurz gesagt, wir brauchen uns keinen Kopf um unsere bloße Existenz zu machen.

Ist das vielleicht das Problem? Wir müssen uns weder um unsere Zukunft Gedanken machen, noch müssen wir überhaupt irgendetwas machen um zu überleben. Wir haben es nie gelernt unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Wir leben in einer Gesellschaft in der es sogar erlaubt und gewünscht ist, über seine Verhältnisse zu leben um den Konsum und somit de Wirtschaft anzukurbeln. Es gibt heute Berufe, in denen keine Auszubildenden mehr gefunden werden, weil es keine Bewerber mehr gibt. Meine Branche (Pflege) ist nur eine davon. Andererseits hört man leider vor allem auch von Arbeitssuchenden immer wieder, dass sie einen solchen Job nicht machen wollen, weil er zu stressig oder zu anstrengend wäre.

Nun kommt da ein Ausländer. Er ist hunderte oder tausende Kilometer gelaufen. Er hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, viel Geld ausgegeben um ein kleines Schlauchboot zu kommen und nun völlig geflasht von dem Leben das wir hier führen. Liebe deutsche Mitbürger: Ich würde mir Gedanken darüber machen, ob ich einen Job mach oder nicht. Denn es gibt Menschen, die es gelernt haben, an die äußersten Grenzen zu gehen. Eine kleine Metapher dazu wäre vielleicht eine Rolltreppe. Während wir uns auf der Rolltreppe herunterfahren lassen, kommen sie diese Rolltreppe hochgesprintet und haben uns bereits auf halber Höhe ganz schnell überholt.

Was ich damit sagen will ist, dass es niemandem etwas nützt über Ausländer zu schimpfen die unseren Arbeitsplatz klauen. Wir sollten viel eher auch damit anfangen Rolltreppen hochzusprinten, damit unsere Mitbürger uns nicht überholen. Wir verschwenden so viel Energie ins Meckern und merken überhaupt nicht, dass wir diese Energie viel eher dafür benötigen selbst zu sprinten. Unsere äußeren Umstände haben wir nicht in der Hand. Aber wir können unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.
Ich für meinen Teil bin froh über jeden Menschen der in unser Land kommt. Es enstehen vor allem auch in meinem Beruf große Chancen um den Personalmangel zu bekämpfen. Das ist die Antwort auf die Frage der Personalnot in vielen Branchen, gerade in den bei uns viel zu bequem gewordenen Deutschen und deshalb ist Rassismus doch am Ende nur eine Ausrede für unser eigenes Versagen oder?

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