Deutsche Politiker stecken wegen der Schlachtmethode „Schächten“ in einer Zwickmühle und trauen sich nicht an das Thema heran. Tatsächlich ist das keine Leichte Entscheidung weil hier das Grundgesetz das Grundgesetz aushebelt.

Schächten ist eine rituelle Schlachtmethode bei der einem Tier die beiden Halsschlagadern und die Speiseröhre durchtrennt wird. Die Folge ist, dass das Tier unter großen Schmerzen und Todesangst ausblutet. Oft geht dieser Todeskampf minutenlang.

Schächten ist verboten

In Deutschland ist das Schächten offiziell verboten. Ein Tier muss keine Qualen erleiden wenn es getötet wird. So wäre beim rituellen Schächten zumindest eine Betäubung angebracht. Diese Regel ist im Grundgesetz verankert. Ebenso im Grundgesetz verankert ist die Religionsfreiheit und die sieht vor, dass die ungestörte Religionsausübung gewährleistet sein muss. Doch hier beißt sich unser Grundgesetz in einer Grundsatzfrage. Eigentlich ist das Schächten verboten, darf aber aufgrund der Religionsfreiheit in bestimmten Schlachthöfen durchgeführt werden.

Tierschutz über Religionsfreiheit?

Ich habe an sich ja kein Problem damit, dass jemand seine Religion ausübt, aber ich bin ebenso der Meinung das ein Tier keine Todesangst und auch keine Schmerzen erleiden sollte, wenn es geschlachtet wird. Kann man denn wirklich mit der Religionsfreiheit begründen das man Tieren unnötig Schmerzen bereitet kurz bevor sie sterben? Meiner Meinung nach nicht und es sollte dringend eine Gesetzesänderung her.

Meine Begründung

Ich respektiere Religionen, doch ich habe mal ein wenig Rechechiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass es keine wirkliche Regel im Koran gibt, die verbietet das das Tier nicht betäubt ist (wenn ich falsch liege verbessert mich).

Verboten ist euch (der Genuß von) Fleisch von verendeten Tieren, Blut, Schweinefleisch und (von) Fleisch, worüber (beim Schlachten) ein anderes Wesen als Allah angerufen worden ist, und was erstickt, (zu Tod) geschlagen, (zu Tod) gestürzt oder (von einem anderen Tier zu Tod) gestoßen ist, und was ein wildes Tier angefressen hat – es sei denn, ihr schächtet es (indem ihr es nachträglich ausbluten laßt) – , und was auf einem (heidnischen) Opferstein geschlachtet worden ist, …

Deshalb kann auch in Deutschland im einvernehmen mit dem Grundgesetz generell „halal“ geschlachtet werden, ohne dem Tier unnötig Schmerzen zu bereiten. Ich möchte mich keinesfalls zu weit aus dem Fenster lehnen und hier irgendwelchen korantreuen Muslimen irgendwelche Predigten halten, doch zu diesem Ergebnis bin ich gekommen. Im Koran steht zudem auch, dass man einem Tier nicht unnötig Schaden zufügen darf.  Darüberhinaus halte ich es für falsch, Religion über den Tierschutz zu stellen.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

In manchen europäischen Ländern ist das schächten generell verboten. Da gibt es auch keine religiösen Ausnahmen. Selbst in der muslimisch geprägten Türkei ist das Schächten ohne vorherige Betäubung inzwischen verboten. Warum tun sich also deutsche Politiker mit dem Verbot des betäubungslosen Schächten so schwer? Sind denn Schmerzen von Tieren wirklich weniger schlimm als die Religionsausübung? Darf ich in Deutschland wohl auch Menschen umbringen im Namen einer Religion?

In der Zeit findet man hierzu ein interessantes Interview

Und jetzt ist eure Meinung gefragt:

 

3 Thoughts on “Schächten – ein schwerer Konflikt

  1. Dein Fehler hierbei ist, dass du auf die übliche Islam-Hetze reingefallen bist. Juden und Muslime lehnen die Betäubung ab, weil das Tier dadurch verletzt wird und es ist auch nicht tierfreundlich. Kannst du u.a. bei Hagalil nachlesen, oder bei mir: https://islamerklaerungsversuch.wordpress.com/2016/08/16/teil-8-tiere-im-islam/
    Ein anderer Punkt ist, das durch die Thematisierung der religiösen Schlachtungen suggeriert wird, dass unreligiöse Schlachtung besser ist. Das stimmt aber nicht. Juden und Muslime lehnen jede Tierquälerei ab, die Tiere in Deutschland vom Tag ihrer Geburt an, bis nach der Schlachtung erdulden müssen. Auch das Schlachten möglichst viel Gewinn erzielen soll ist bei uns nicht gewollt. Es wird geschlachtet was zur Nahrung gebraucht wird, keine Massenproduktion, die dann vergammelt entsorgt wird.
    Zusammengefasst: religiöse Schlachtungen nach Judentum und Islam ist tierfreundlicher als unreligöse Schlachtungen.

     
    • Ludwig on 28. September 2016 at 09:35 said:

      Hattest du schon einmal eine Zahn-OP ohne Betäubung? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für das Tier schonender sein soll. Zumal es auch in Deutschland Schlachthöfe gibt die Halal schlachten und das ganze auch nur eine Massenabfertigung ist. Ich möchte die Schlachtmethoden nicht in Frage stellen, aber ich möchte die nichtvorhandene Betäubung in Frage stellen. Das widerspricht in meinen Augen jeder Logik.

      Wie du sicher weißt, werden Tiere auch im Christentum als Schöpfung angesehen und dennoch passieren solche Dinge wie Massentierhaltung und Co. Auch im Islam gibt es Massentierhaltung und auch Halal Schlachthöfe beziehen ihr Vieh aus Massentierhaltung. Anders geht das heute leider auch nicht mehr. Der Bedarf ist sowohl für Halal Fleisch als auch normales Fleisch viel zu hoch. Hier kommt es auf den Verbraucher an, der das Fleisch verzehrt.

       
  2. Ja, ich hatte schon eien Zahn-OP ohne Narkose und weiß daher dass der Vergleich nicht passt. Beim Schlachten fuhrwerkt nicht jemand längere Zeit an einem rum und das Tier sollte auch nicht wissen was es erwartet, während nan über die bevorstehend OP informiert ist.
    Wenn du weißt wie die Betäubung abläuft, denkst du vielleicht noch ml darüber nach, denn das ist icht wie beim Menschen der eine Maske auf das Gesicht bekommt oder per Infusion langsam wegdämmert.
    Das Christentum hat schon lange keinen Stellenwert mehr in Deutschland. Der Kapitalismus hat nun mal Gier als obersten Gott und darunter müss viel Schöpfung leiden, nicht nur Tiere.
    Natürlich hast du Recht und es ist nicht alles optimal, viele drücken Augen zu wo es nicht sein darf, aber wie du selber schreibst: der Verbraucher hat es in der Hand, aber leider hat der Verbraucher auch nicht immer alles im Blick und die gezielte Hetze, die ich schon erwähnte vernebelt eben auch den Blick auf Tatsachen.

     

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