Ich muss nun mal meiner Wut freien Lauf lassen. Diese Ämter haben doch alle einen an der Waffel. Eine Ausbildung und berufliche Weiterqualifikation ist wohl nicht in deren Sinne. Weder Bafög, noch BAB, noch ALG II stehen mir zu. Lediglich Wohngeld könnte ich beantragen, was aber vorne und hinten nicht reichen würde.

Zunächst einmal zu meiner Situation. Ich habe eine Ausbildung zum Sozialassistenten gemacht, weil ich danach Erzieher werden wollte. Diese Ausbildung habe ich aber leider versiebt (jaja selber Schuld und so). Nun habe ich ein Jahr als Pflegekraft in einem Altenpflegeheim gearbeitet. Da es wirklich eine tolle Arbeit mit den Alten Leuten ist, und das Pflegeheim mir die Ausbildung zum Altenpfleger empfohlen hat, bin ich also seit September Azubi zum Altenpfleger. Leider ist die Bezahlung nicht so besonders und eine Wohnung finanzieren klappt mit dem Geld erst Recht nicht.
Also muss man nach Möglichkeiten suchen, einen halbwegs vernünftigen Lebensstandard hinzubekommen. BAB (Berufsauszubildendenbehilfe) klappt nicht, weil hier generell nur die ersten Ausbildungen gefördert werden. Hartz4 ist die letzte Möglichkeit. Also hab ich Bafög beantragt und war guter Hoffnung.
Doch heute trudelte der Ablehnungsbescheid ein. Aufgrund der Ausbildung zum Erzieher habe ich nun keinen Anspruch mehr auf Bafög. Also doch Hartz 4? Nach ein wenig Googlen konnte ich nun auch noch lesen:

(5) Auszubildende, deren Ausbildung im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder der §§ 60 bis 62 des Dritten Buches dem Grunde nach förderungsfähig ist, haben keinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. In besonderen Härtefällen können Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts als Darlehen geleistet werden.

Ok. Fassen wir zusammen:

    • Bafög geht nicht
    • BAB geht nicht
    • Selbst ALG II geht nicht
    • Wohngeld geht, würde aber nicht reichen.

Was bleibt also übrig? Ausbildung abbrechen! Dann würde mir nämlich ALG II zustehen. Das wäre ja immerhin etwas. Scheinbar besteht kein Interesse, Menschen zur Weiterqualifikation zu verhelfen. Lieber soll man sich als wenig qualifizierte Arbeitskraft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen (und als Arbeitsloser am Ende mehr Geld kosten, als die Steuereinnahmen als Fachkraft wieder einbringen würden). Es ist ja nicht so, dass in Thüringen nur knapp 50% aller offenen Stellen für Altenpfleger besetzt werden können. Es ist ja nicht so, dass Pflegeheime bereits Aufnahmestopps aufgebrummt bekommen haben, weil die Fachkräftequote nicht erfüllt werden konnte. Es ist ja nicht so, dass der Bedarf an Fachkräften perspektivisch steigt.

Dazu fällt mir nur eins ein: Scheiß Deutschland!

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