Wie ihr wisst bin ich ganz offen gegen rechte Gesinnungen und schreibe auch regelmäßig darüber. Doch warum tu ich das eigentlich? Warum finde ich es wichtig, sich gegen rechts, Nazis und autokratische Systeme überhaupt zu stellen?

Genau damit beschäftigt sich eine Blogparade die noch bis zum 31. März beschäftigt. Wie Anna schon auf ihrem Blog schreibt, kenne ich eine Menge Menschen die unter der Führung der AFD oder NPD nicht mehr so frei leben könnten wie heute. Überhaupt könnte meiner Meinung nach keiner mehr so frei leben wie heute. Doch den meisten Menschen scheint das nichts auszumachen.

Schaut man sich einmal genauer an, warum eine Diktatur funktioniert ist es umso wichtiger sich dagegen zu stellen. Es gibt immer einen Großteil der Bevölkerung die sich mit allen möglichen Systemen arrangieren. Ihnen ist egal ob wir gerade mal Sozialismus oder Nationalsozialismus oder eben doch Demokratie haben. Die Hauptsache ist, dass es einem selbst gut geht. Gesehen hat man dieses Phänomen zuletzt in der DDR. Heute sind es genau diejenigen die sagen: „Es war nicht alles schlecht.“ Sicher war nicht alles schlecht. Aber man sollte eben nicht vergessen das unter diesem System Menschen verfolgt und umgebracht wurden. Alles unter den Augen dieser schweigenden Mehrheit, die sagte: Ich habe mir ja nichts zu Schulden kommen lassen“.

Diese Mehrheit gibt es heute noch. Das sieht man wenn es einmal darauf ankommt. Wenn der rechte Mob mal wieder in der thüringischen Kleinstadt aufmarschiert und wieder nur 50 Leute kommen um sich dem entgegen zu stellen.

Diese 50 Leute sind aber genau der ausschlaggebende Punkt, warum wir noch in einem so freien Land leben. Diese 50 Leute sind diejenigen die offen zeigen, dass sie mit solchen Meinungen nichts zu tun haben wollen. Alle anderen würden mitziehen. Ihnen wäre es egal ob der Homosexuelle Nachbar abgeholt werden würde.

Genau deshalb stelle ich mich auf der Straße und auch im Internet so klar gegen Rechtsextremismus. Ich möchte weiterhin in einem freien und offenen Land leben.

Bild:  ..LauEsplendix..

 

5 Thoughts on “Schreiben gegen rechts – warum tu ich das eigentlich?

  1. Hallo Ludwig,
    im Prinzip gebe ich dir Recht. Allerdings sehe ich das (noch) ein bisschen optimistischer. Ich hoffe zumindest, dass es doch viele Leute, die nicht zu einer Gegendemo gehen, deshalb nicht gleich Rechtsaußen wählen.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

     
    • Ludwig on 29. März 2016 at 08:14 said:

      Nein, sie wählen nicht rechtsaussen. Aber wenn rechtsaussen gewählt wird schwimmen sie mit dem Strom. Das ist auch das gefährliche an der AFD, da bei der NPD immer noch eine gewisse Hemmschwelle da war. Angenommen eine neue Autokratie entsteht. Diese schweigende Mehrheit wird sich mit dem System arrangieren. Genau das ist der springende Punkt. Das ist die schweigende Mehrheit, die solche Unrechtssysteme wie DDR und 3. Reich erst möglich machen.
      Im Grunde finde ich diese schweigende Mehrheit sogar schlimmer. Der Nazi oder Kommunist macht etwas aus Überzeugung. Alle anderen machen es zum persönlichen Vorteil…

       
  2. Du hast vollkommen recht … jeder einzelne, der sich dagegen stellt und laut und offen sagt, dass er frei und tolerant leben möchte, ist ein Gewinn – genau wie jeder einzelne, den wir durch unsere Aufrufe mitnehmen können! Herzlichen Dank für deinen wertvollen Beitrag zur Blogparade! Herzliche Grüße von Anna

     
  3. Servus Ludwig, wir können gar nicht laut genug gegen die rechte Gesinnung äußern und je öfter und lauter wir das tun, desto größer wird die Hoffnung, dass wir auch die „Schweigenden“ erreichen. Die auch für Toleranz und Demokratie sind.

     
    • Ludwig on 30. März 2016 at 12:51 said:

      Da hast du Recht. Nur wirkt das gerade hier im Osten oft wie ein Kampf gegen Windmühlen.

       

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