Wenn man Solidarität für jemanden fordert, sollte man auch wissen, um wen es sich handelt. Um nicht zu viel zu schreiben, sollte wohl Wikipedia eine ausreichende Erklärung bieten. Gestern war der Prozessauftakt, den ich mit Spannung verfolgte.

Lothar König konnte ich selbst bei einigen Demonstrationen erleben. So z.B. 2011 in Dresden oder ebenfalls 2011 in Erfurt jeweils auf Demonstrationen gegen geplante Naziaufmärsche. Sein Engagement war stets friedlich aber auch zum Teil hartnäckig. Stets versuchte er sich für die demonstrierenden einzusetzen, indem er z.B. als Verhandlungsführer mit der Polizeit agierte. Gewalt lehnte Lothar König immer strikt ab. So erlebte ich selbst, dass er bei einer Auseinandersetzung mit einem vermeintlichen Neonazi, der Fotos von unserem Demonstrationszug machte deeskalierend wirkte, indem er die Demonstranten, die sofort auf diesen Fotomacher losgingen ermahnte und verurteilte. Ebenfalls erlebte ich, dass Lothar König einen Demonstranten aus den eigenen Reihen verurteilte, der anfing zu randalieren. Er wies darauf hin, dass Konflikte so nicht lösbar wären und solche Randalen ein negatives Licht auf die gesamte Demonstration wirft.

Umso erstaunlicher fand ich, dass die Dresdner Staatsanwaltschaft Anklage wegen aufwieglerischem Landfriedensbruch, Nötigung und Strafvereitelung erhob. Dies entsprach nicht dem Lothar König, den ich kannte und wie ihn viele andere kennen.

Ein Kämpfer für die Freiheit und für Demokratie muss vielleicht genau wegen diesem Engagement ins Gefängnis. Kann man da tatsächlich noch von einer funktionierenden Demokratie und einem funktionierenden Rechtssystem sprechen, wenn man Angst haben muss, wegen seiner politischen Einstellung ins Gefängnis zu kommen? Haben wir das gerade in Ostdeutschland nicht schon viel zu oft erlebt?

Gerade aus diesem Grund gehe ich in dieser Anklage von einer Folge politischer Willkür aus. Ein anderen Schluss lassen die Tatsachen in meinen Augen einfach nicht zu.
Mir persönlich wird bei diesem Gedanken Himmelangst. Wenn Menschen politisch verfolgt werden, wie weit sind wir dann von einer Diktatur noch entfernt?

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