Beinahe jeden Tag wird dieses Wort genutzt. Oft im Zusammenhang damit, dass Flüchtlinge „Integrationsunwillig sind“. Doch was bedeutet das Wort Integration überhaupt und lassen sich daraus Ursachen für die „Integrationsunwilligkeit“ von Flüchtlingen ableiten?

Das Wort Integration wird oft und in vielen Bereichen verwendet. Bei der Arbeit mit Behinderten z.B. spricht man davon, sie in die Gesellschaft zu integrieren. Auch wenn ein neuer Spieler in einen Fussballverein kommt, muss er erst einmal integriert werden.

„Integration“ Bedeutet, dass jemand bewusst, durch bestimmte Maßnahmen dafür sorgt, dass jemand Teil einer Gesellschaft wird. Die Gesellschaft entwickelt Möglichkeiten, um Behinderte zu integrieren. Der Fußballtrainer entwickelt Konzepte um den Spieler zu integrieren und die Flüchtlinge? Nun es gibt Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen. Dabei wird aber meist vergessen, dass Integration keineswegs eine einseitiger Prozess ist.

Integration ist keine Einbahnstraße

Wenn man von der Integration von Behinderten spricht, dann ist für jeden selbstverständlich, dass er auf den Behinderten Rücksicht nimmt. Die Gesellschaft passt sich ihm am. Der Behinderte lernt aber auch mit der Zeit und gemäß seinen Fähigkeiten, sich der Gesellschaft anzupassen. Auch bei dem Beispiel mit dem neuen Fußballspieler spielt dieser Aneignugsprozess eine große Rolle. Der Spieler muss sich dem Verein anpassen, der Verein muss sich aber auch auf den neuen Spieler einstellen. Nur so kann das ganze gut gehen. Irgendwo in der Mitte trifft man sich dann. Übrigens ist das ein soziologischer Fakt.

Was ist nun mit den Flüchtlingen?

Bei der Integration von Flüchtlingen sprechen alle nur davon, dass sie sich der Gesellschaft anpassen sollen. Die Gesellschaft möchte aber nichts von einem gegenseitigen Aneignungsprozess wissen. Selbst in den vielen Integrationskursen oder ähnlichen Projekten wird immer nur davon gesprochen, dass Asylbewerber sich unserer Gesellschaft anpassen sollen. Nichts anderes.

Doch was wäre, wenn wir von dieser Position abrücken würden und aus dem einseitigen, zum scheitern verurteilten Prozess einen gegenseitigen Prozess machen würden? Wenn wir uns auf die Menschen einlassen würden, die da kommen? Es würde funktionieren. Natürlich nicht ganz ohne Probleme, aber es würde klappen.

Es gibt in unserer Gesellschaft schon viele positive Beispiele für positive Integration von Flüchtlingen. Doch es gibt leider auch diejenigen, die diese sozialwissenschaftlichen Fakten der gegenseitigen Anpassung nicht verstehen und einsehen wollen. Diese sind leider auch in der Lage, die viele Arbeit der Integration zunichte zu machen. Allein durch Hass, Vorurteile und Behauptungen die besagen, dass z.B. der Islam nicht zu Deutschland gehört. Laut Artikel 4 im Grundgesetz gehört er nämlich sehr wohl dazu.

Nächster Schritt: Inklusuion

Beim Begriff Integration handelt es sich um einen Vorgang, bei dem eine Gruppe in die Gesellschaft integriert wird. Trotzdem handelt es sich noch um eine parallele Gesellschaft in der Gesellschaft. Beim Begriff Inklusion wird diese Grenze zwischen z.B. dem Behinderten oder eben dem Asylbewerber durchbrochen. Es gibt keine parallele Gesellschaft in der Gesellschaft mehr. Doch um dort hin zu kommen muss erst einmal die Integration ordentlich verlaufen und da sehe ich noch einiges an Arbeit. Auch wir Deutschen müssen dahingehend noch viel an uns selbst arbeiten und vielleicht mal mehr über den Begriff „Integration“ nachdenken.

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