Foto ist von der Sügida am 24.2.

Foto ist von der Sügida am 24.2.

Als ich gestern über die Sügida berichtete, berichtete ich nicht über die Teilnehmerzahlen. Diese fand ich persönlich sehr erschreckend. Hier ein kleiner Erklärungsversuch.

Auf der Seite der Sügida waren laut offiziellen Angaben rund 450 Menschen. Auch wenn das nun der Sügida in die Hände spielt kann ich diese Schätzung nicht teilen. In meinen Augen waren diesmal wieder weit über 500 Menschen bei Sügida.

Auf der Seite der Gegendemonstranten könnte die Schätzung der Zeitung stimmen. Etwa 130 Menschen könnten es gewesen sein.

Man muss die Fakten benennen

In meinen Augen hat es keinen Sinn, die Fakten zu ignorieren bzw. falsche Tatsachen zu erschaffen. Man sollte vielmehr versuchen die Sache zu erklären. Dieser Artikel ist einer dieser Erklärungsversuche. Zum einen ist die Motivation der Demonstrationsteilnehmer völlig verschieden und auch die Reichweite der Mobilisation ist völlig unterschiedlich.

Die Motivation

Da ich auch zu den klassischen Nosügida Demonstranten gehöre, kann ich meine Beobachtungen ganz gut wiedergeben. Die Gründe warum man nicht mehr zu Nosügida geht sind verschieden.

Zum einen sind die Demos auf beiden Seiten im Verlauf immer sehr ähnlich. Es wird schlicht langsam langweilig jeden Montag auf die Straße zu gehen. Auch ich bin viel weniger motiviert als am Anfang und ich muss zugeben das ich mir Montags auch etwas besseres vorstellen kann als gegen irgendwelche Idioten zu demonstrieren.

Auf der Seite der Sügida sieht das ganze etwas anders aus. Mit lautem Gebrüll ziehen sie durch die Straßen und auch über Ausländer her. Sie wittern ganz offiziell eine Revolution (wohin diese führen soll ist allerdings unklar) und glauben somit mit ihrem Gebrüll tatsächlich etwas reißen zu können. Das hält die Motivation oben und alle anderen „normalen“ Bürger fern. Durch die Radikalisierung sind bei Sügida fast alle „normalen“ Bürger fern geblieben. Statt dessen ist es inzwischen ein Sammelbecken für Rassisten und alles andere braune. Nur noch ein weiterer Grund hält die Sügida so stark.

Die Mobilisation

Mit der Gründung der „Thügida“ ist es Sügida gelungen sich in Richtung ganz Thüringen zu öffnen. Thügida ist ein thüringenweites Sammelbecken für alles was braun ist. Dieses Sammelbecken mobilisiert natürlich auch für Sügida. So vergrößert sich demnach das Einzugsgebiet und auch die Zahl der „Stammdemonstranten“. Thügida ist eine Fusion aller möglichen Vereinigungen.

Nosügida agiert dagegen weiterhin eher auf regionaler Ebene. Auch wenn eine Öffnung nach Thüringen angestrebt wird, so ist die Motivation der Demoteilnehmer und damit die Bereitschaft zu kommen eine ganz andere. Ich würde Montag Abend auch nicht nach Erfurt oder weiter weg fahren um irgendwelchen selbsternannten Volksvertretern zuzuschauen wie sie sich selbst feiern. Ich geh auch nur regelmäßig zu Nosügida weil es gleich die nächste Nähe ist.

Fazit

Die Zahlen der Demonstrationsteilnehmer ist demnach lange kein Grund in irgendeiner Form aufzugeben oder zu resignieren. Alle aus Suhl und Umgebung sollten weiterhin regelmäßig zu Nosügida kommen und Gesicht zeigen. Allen anderen kann ich es nicht verübeln nicht zu kommen. Und wenn man bei Sügida alle aus dem Einzugsgebiet Suhl und Umgebung auf einen Haufen stellen behaupte ich, es werden weniger als bei Nosügida sein.

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