Auch wenn sie im Auftrag des Volkes unterwegs sind, ist ja doch nicht so viel übrig geblieben vom besagten Volk.Ich Erinner mich noch an die Anfangszeit, als Thügida noch Sügida hieß und jede Woche in Suhl aufmarschierte. Damals kamen bis zu 1000 Menschen zu den Aufmärschen, bei denen offen vom Sturz des Systems gesprochen wurde und alles verunglipmft wurde, was nicht in deren Weltbild passte. Damals war tatsächlich der eine oder andere aus dem Volk anwesend.

Es wurde von Revolution gesprochen und davon, dass böhse System mitsamt der Systempresse zu stürzen. Doch was ist aus dieser Neonazistischen Menschenhasserbewegung geworden?

Heute kommen im Schnitt noch etwa 150 bis 300 Menschen zu Thügida Aufmärschen. Die Teilnehmer kommen dabei aus dem ganzen Freistaat und teilweise auch von anderen Bundesländern. Es sind immer die gleichen, die man jede Woche tapfer auf der Straße sieht. Doch mit 300 Hanseln macht man keine Revolution und irgendwie scheinen die Teilnehmerzahlen doch zu stagnieren. Will keiner etwas von Neonazis rechtsaussen wissen? Ist die Gefahr damit gebannt? Hat Thügida sich tot gelaufen?

Meiner Meinung nach ist das ganze noch nicht wirklich überstanden. Viele Menschen haben zwar gemerkt, dass Thügida bis auf rumbrüllen nichts erreichen kann, kehren deswegen aber der rechten Ideologie, der sie angehören nicht den Rücken zu. Sie suchen vielmehr nach Alternativen – und die gibt es leider.

Die AFD ist genau das Sammelbecken, die von Thügida bitter enttäuscht wurden. Die AFD hat vor allem in den östlichen Bundesländern ein erhebliches Wählerpotential, welches sie, wenn sie es richtig anstellen, auch abgreifen. Der braune Pöbel geht nicht mehr auf die Straße – Köckerts Kampf um die Straße ist dennoch nicht verloren, denn die zweite Stufe der „Machtergreifung“ ist im vollen Gange. Nämlich der Kampf um die Parlamente, wenn auch nicht durch Thügida selbst.

Die Gefahr ist nicht vorüber, und auch wenn die braunen inzwischen blau sind, haben sie nicht an Schrecken verloren.

Bild strassenstriche.net

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