Nun schon zum sechsten Mal findet in Suhl eine Kundgebung von Sügida und Nosügida statt. Bereits zum sechten Mal werde ich dort sein und Gesicht gegen die Rassistische Hetze von Sügida zeigen. Doch Die Demos sind nicht das einzige was momentan thematisiert werden muss, denn es ist sind nur die Spitze des Eisbergs. Es geht ein Ruck durch unsere Gesellschaft. Ein Ruck in Richtung rechts und ein Ruck in Richtung Ausländerfeindlichkeit.Menschen die z.B. Berufspolitiker sind, werden von diesem Ruck sicher nicht viel mitbekommen. Doch ich erlebe diesen Ruck beinahe täglich in meinem Arbeitsumfeld. In der Pause geht es nicht mehr um das was das Kind wieder für Blödsinn getrieben hat, oder wie man das Wochenende verbringen wird, sondern darum, wie sich der Islam in Deutschland entwickeln wird und wie man das „Ausländerproblem“ gelöst bekommt. So gibt man schnell die Thesen von Pegida wieder und ist fertig.

An sich ist nichts verkehrt daran, über Probleme zu diskutieren. Aber die Generation „Das wird man doch noch mal sagen dürfen“ lässt sich zumeist auf keine Diskussion ein oder nimmt Einwände meinerseits persönlich. Scheinbar hat Mensch die Fähigkeit zu diskutieren mit der Zeit des Wohlstandes verloren und jetzt wo man sie bräuchte fehlt diese Fähigkeit.

Mit dem Verlust dieser Fähigkeit ist auch die Fähigkeit verloren gegangen, sachlich zu reflektieren und somit sind einfache Lösungen (z.B. Ausländer alle abschieben) das Argument welches man für sich annimmt. Ein weiterdenken erfolgt nicht (z.B. über das Schicksal von Flüchtlingen nachdenken).

Die Folge daraus ist eine Entmenschlichung der Gesellschaft und ein Ruck in Richtung rechts. Die Gesellschaft spaltet sich nicht nur im Bezug auf Ausländer, sondern auch in sich selbst.

Viele der Kollegen aus Generation „Das wird man noch sagen dürfen“ sind keine Demogänger. Aber wenn sie sich einreihen würden, dann sicher auf der Seite der Pegida/Sügida. Somit ist der Anteil der heimlichen Sympatisanten von Pegida sehr viel größer als man annehmen möchte. Die Beweise für diese These liefert der aktuelle Thüringenmonitor, der in Kürze vorgestellt werden wird. In dieser Studie wird belegt, das etwa die hälte der Thüringer Islamfeindlich ist. Das ist auch etwa der Einddruck meiner persönlichen Beobachtungen.

Es gibt allerdings Hoffnungsschimmer. Das sind diejenigen, die trotz Totschlagargumente und eventuellem persönlichem Ärger dagegen halten und versuchen aufzuklären. Viele Fakten über Flüchtlinge und Asylbewerber sind nämlich nicht einmal bekannt (z.B. das sie nicht arbeiten dürfen). Deshalb appelliere ich an all diejenigen, die etwas weiter denken. Immer dann wenn man Zeuge von solchen Parolen wird. Sei es im Bus, auf der Straße, oder auch auf Arbeit. Haltet dagegen und klärt auf. Nur so kann auch eine neue Diskussionskultur entstehen. Wir alle sind Bausteine einer funktionierenden Demokratie.

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